Abgetaut
In den tiefen Tiefen des Kühlschrank-Eises, hört man ein Tropfen - ein leises, ein leises.
Abgetaut
In den tiefen Tiefen des Kühlschrank-Eises, hört man ein Tropfen - ein leises, ein leises.
Es ist der Tau, der in einem Zahn, Eis in Wasser verwandeln kann.
So dauert’s nicht lange, bis, mit Beklemmung, die Kühlschranktür ruft: “Überschwemmung! Überschwemmung!”
Die Eiswürfel weinen und fließen dahin, fühl’n sich überflüssig, woll’n dem Kühlschrank entflieh’n!
Ein Gefäß fängt sie auf: Jedes Tröpfchen ins Töpfchen! Denn das ist der Lauf dieser Schmelz-Geschöpfchen.
Der gefrorene Puter verliert Standfestigkeit, verlangt nach dem Bräter: “Es wird Zeit, es wird Zeit!”
Die Butter, die für ihre Härte bekannt, wird weich, wird so cremig und klebt an der Wand.
Nur drei Birnen im Obstfach haben noch nicht begriffen, dass Tauwasser-Ströme ihren Bauch bald umschiffen.
Vorbei ist die Zeit im Kühlschrank, die schöne, und auch die Hoffnung auf “Birne Helene”.
Doch das schmale Likörchen im Türen-Fach, konnt’ sich nicht mehr beherrschen - hat betrunken gelacht.

(Bild zum Gedicht “Abgetaut”: mit KI erstellt)
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