Das Wichtigste zur Wahl in Kürze
Am Sonntag wählt Österreich einen neuen Nationalrat und sagt der großen Koalition wahrscheinlich adé. Die Krise der SPÖ nützt vor allem der…
Das Wichtigste zur Wahl in Kürze
Am Sonntag wählt Österreich einen neuen Nationalrat und sagt der großen Koalition wahrscheinlich adé. Die Krise der SPÖ nützt vor allem der FPÖ — und macht eine schwarz-blaue Koalition immer wahrscheinlicher. upday beantwortet die sechs wichtigsten Fragen zur Wahl.

Die drei Kanzlerkandidaten: Kurz, Kern und Strache (v.l.n.r., Foto: Herbert Neubauer/APA/dpa)
WANN GIBT ES ERSTE ERGEBNISSE? Am Sonntag, den 15. Oktober dürfen 6,5 Millionen Österreicher den Nationalrat wählen. Wenn um 17 Uhr die letzten Wahllokale schließen, ist traditionell schon ein Drittel der Stimmen ausgezählt. Das reicht für eine Prognose, aber ist noch lange nicht aussagekräftig. Gerade die Kleinparteien müssen dann noch zittern, ob sie die Vier-Prozent-Hürde schaffen. Ab wann das Ergebnis valide ist:
WER STEHT WOFÜR? Hauptthema im Wahlkampf war sicherlich die Asylpolitik. Während die Sozialdemokraten ein gemeinsames europäisches Asylsystem mit einheitlichen Verfahren und einer Lastenverteilung anstreben, ist das Programm der ÖVP deutlich restriktiver. Es ist darauf ausgelegt, illegale Zuwanderung zu stoppen und abgelehnte Asylbewerber schnell abzuschieben. Die FPÖ will die Rechte von Migranten wie etwa Sachleistungen massiv einschränken und betont stets die Rückkehr zu einer “österreichischen Leitkultur”. Grüne und Neos schließen sich dem SPÖ-Vorschlag weitgehend an. Doch auch die Themen Bildung und Steuern treiben die Bevölkerung um. Wie sich die Parteien dazu positionieren.
WAS SAGEN DIE UMFRAGEN? Die SPÖ ist durch die Silberstein-Affäre der größte Verlierer in allen Erhebungen. Zwar konnte sie in der jüngsten Umfrage von “Research Affairs” einen Punkt gutmachen, doch 23 Prozent wären für die Sozialdemokraten eine Blamage. Die ÖVP hat unter Sebastian Kurz einen neuen Aufschwung erlebt und liegt bei aktuell 33 Prozent. Die FPÖ hat mit 27 Prozent deutlich zugelegt und wird wohl am Sonntag die SPÖ hinter sich lassen — denn sie dürften vor allem bei den 15 Prozent unentschlossenen Wählern punkten. Die Neos liegen derzeit bei sechs Prozent und die Grünen gehen durch die Abspaltung der “Liste Pilz” (fünf Prozent) nur mit fünf Prozent ins Rennen.
WER KÖNNTE KOALIEREN? Kanzler Kern hat einer weiteren Großen Koalition bereits eine Absage erteilt und auch die ÖVP hat wenig Lust auf den unliebsamen Partner. Dadurch schlägt die Stunde der FPÖ. Zwar sind die Positionen mit den Sozialdemokraten größtenteils unvereinbar, doch mit der Kurz-Partei könnte man sich zumindest auf Wesentliches in innerer Sicherheit und Sozialem einigen.
WER WÜRDE DANN KANZLER? Im Falle von Schwarz-Blau würde Außenminister Sebastian Kurz Kanzler — mit einem Innenminister Heinz-Christian Strache. Viele Experten sind besorgt über eine mögliche Regierung der Rechtspopulisten. Welche FPÖler noch Ministerämter bekleiden könnten:
WAS SAGT DIE PRESSE? Joseph Votzi vom “Kurier” glaubt, dass es eine Wahl mit spannendem Ausgang wird, die von den drei Spitzenkandidaten polarisiert wird. Auch “Österreich”-Herausgeber Wolfgang Fellner glaubt, dass alles noch möglich ist — und erklärt, warum man den Umfragen nicht zu viel Glauben schenken sollte. Philippe Narval mahnt im “Standard”, dass es in der Wahl auch um eine Neupositionierung zur EU geht und warnt vor den Postionen der FPÖ.
WAS SAGEN DIE NACHBARN? Das Ausland ist besorgt um einen “Rechtsruck” in Österreich. In Deutschland wird künftig mit der AfD ebenfalls eine rechtsnationale Partei im Parlament sitzen. “Zeit Online” ist entsetzt über die “hysterische Österreich-zuerst-Stimmung”.
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