Der Igel und die Biene
Ein Igel, in der Dämmerung, war auf der Jagd, mit Hingebung. Er suchte Tierchen und Insekten, weil sie ihm ach, so lecker schmeckten. Nun…
Der Igel und die Biene

Der Igel und die Biene — Copyright Bild: Heike Henning
Ein Igel, in der Dämmerung, war auf der Jagd, mit Hingebung. Er suchte Tierchen und Insekten, weil sie ihm ach, so lecker schmeckten. Nun, er brauchte in dem Garten, nicht sehr lang’ darauf zu warten. Gleich dort drüben, unter’n Büschen, konnte er etwas erwischen.
Eine Biene, ganz verwirrt, hatte sich bei Tag verirrt, konnt’ den Nachhause-Weg nicht finden, zum Bienenstock, nah bei den Linden. So lag sie wehrlos in dem Grase. Jedoch der Igel, mit der Nase, roch ihren feinen, zarten Duft.
Die Biene dachte: „Dieser Schuft! Er will mir an mein Leben! Dem werd’ ich’s aber geben!“ Das kleine Stacheltier im Nu, wollte grad’ kräftig beißen zu, als Bienchen rief, mit vollem Mut:
„Seine Verwandtschaft zu fressen, ist nicht gut!“ Der Igel staunte: Was war das? Ein Wesen sprach mit ihm im Gras! Was sollte er denn davon halten? Auf seiner Stirn war’n Grübel-Falten.
Ihm war dabei nicht ganz geheuer - gar war’s ein Mini-Ungeheuer? So legte er ‘ne Pause ein. Das merkte gleich das Bienchen klein und sprach ganz mutig weiter:
„Es wäre viel gescheiter, wenn du würdest von mir lassen, denn mit mir ist nicht zu spaßen! Ich bin zwar eine kleine Biene, doch im Entfernten ‘ne Cousine von deinem Ur-, Ur- Igelvater!
Drum höre auf, mit dem Theater! Der Beweis, das ist mein Stachel, er ist spitzer, als ein Nagel! Wenn es auch nur einer ist - er ist giftig und so spitz, dass keiner ihn so schnell vergisst!“
Der Igel fand das int’ressant, hatt’ die Verwandtschaft nicht erkannt, staunte nur, wie weit ver- breitet seine Artverwandtschaft war. Nun sah er ein und ihm war klar - Er hätt’ gefressen um ein Haar, ‘nen Mini-Igel, Seinesgleichen!
Ein Stachel nur, der sollte reichen, um zwischen beiden „Stacheltieren“ Eintracht und Frieden heut’ zu schüren. Der Igel wünschte: „Gute Zeit!“ Das Bienchen jedoch, sehr gescheit, machte sich ganz fix von dannen.
Ein günst’ger Wind, der brachte es zurück, zu seinen Ahnen, in den alten Bienenstock. Dort lachten schließlich alle, über diesen Schabernack.
(Copyright Text: Heike Henning, Copyright Foto: Pixabay - gemeinfrei (C00))
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