Zentralbanken
Obwohl Geschäftsbanken definitiv ihren Beitrag zur Geldschöpfung leisten, sind Zentralbanken für Makroökonomen von besonderem Interesse…
Zentralbanken
Obwohl Geschäftsbanken definitiv ihren Beitrag zur Geldschöpfung leisten, sind Zentralbanken für Makroökonomen von besonderem Interesse, da sie die Geldmenge erhöhen und verringern können.
Wenn die Zentralbank zum Beispiel entscheiden würde den Zinssatz für Tagesgeld (jederzeit Zugriff auf Guthaben) über Nacht von 3 auf 2,5% zu verringern, würde sie die Änderung bekanntgeben und die Geldmenge so weit erhöhen, dass die gewünschten 2,5% entstehen.
Kurrzfrsitige Zinssätze sind zwar wichtig, aber der Faktor, den Zentralbanken am direktesten kontrollieren, ist die Geldmenge. Sie haben sogar komplette (monopolistische) Kontrolle über die Geldbasis und können dadurch die Zinssätze bewegen. Man kann sich die Geldmenge etwa wie das Gaspedal und den Zinssatz etwa wie die Fahrtgeschwindigkeit eines Autos vorstellen. Obwohl mehr Gasfluss Richtung Motor verantwortlich dafür ist, dass das Auto schneller fährt, orientieren sich Fahrer eher an der Geschwindigkeit als an der Menge des Gases. Analog dazu fokussieren sich Zentralbanken für ihre Geldpolitik generell eher auf die kurzfristigen Zinssätze und weniger auf die Geldmenge.
Prinzipiell kann die Geldpolitik einer Zentralbank verschiedene Ziele haben. Wenn geglaubt wird, dass das BIP zu langsam wächst oder dass die Arbeitslosigkeit zu hoch ist, können die Zinssätze verringert werden um wirtschaftliche Aktivität zu stimulieren. Auf der anderen Seite können Zinssätze erhöht werden wenn geglaubt wird dass die Inflation zu hoch oder bald zu hoch ist infolge eines schnellen und nicht nachhaltigen BIP-Wachstums. Außerdem kann ein bestimmter Wechselkurs das Ziel sein, wobei Zinssätze erhöht werden wenn die Währung gegenüber anderen abgewertet hat und Zinssätze verringert werden wenn die Währung aufgewertet hat. Während finanzieller Turbulenzen können zur Stabilisierung des Finanzsystems die Zinssätze verringert und die Geldmenge erhöht werden.
Oft kommt es zu Trade-offs bei der Verfolung der unterschiedlichen Ziele (BIP-Wachstum, geringe Arbeitslosigkeit, geringe Inflation, stabile Wechselkurse, stabiles Finanzsystem etc.). Wenn zum Beispiel die Zinssätze erhöht werden um die Inflation zu reduzieren, könnte dadurch das BIP-Wachstum verlangsamt und die Arbeitslosigkeit erhöht werden. Eine Zunahme der Zinsrate könnte sogar die Währung aufwerten, was die heimische Wirtschaft weiter schwächen könnte, da dadurch Exporte leiden könnten.
Es ist daher nicht möglich, alle Ziele gleichzeitig zu erreichen. In den vergangenen Jahren schien eine niedrige Inflationsrate das dominante Geldpolitikziel gewesen zu sein.
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