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Der Jahresanfang ist kein Startschuss

Über Winter, Rhythmus und die Erlaubnis, langsamer zu sein

Anna Duweke · 2026-01-15 08:52 · 0 claps · 2.2 min read
#bewusstsein #bewusstwerdung #achtsamkeit #winter-solstice #nonduality
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Der Jahresanfang ist kein Startschuss

Über Winter, Rhythmus und die Erlaubnis, langsamer zu sein

Photo by Yang on Unsplash

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Zum Ende und jetzt auch zum Anfang unseres neuen Kalenderjahres habe ich mich in einiges hineingefühlt, beobachtet und sortiert. Und ich merke: Das, was sich da zeigt, möchte geteilt werden. Nicht als Wahrheit, denn was ist das schon, sondern als Einladung.

Der Jahresanfang trägt eine besondere Energie. Das neue Kalenderblatt, der 1. Januar, all die unausgesprochenen Erwartungen, die da mitschwingen. Jetzt beginnt etwas Neues.

Unser gregorianischer Kalender ist dabei allerdings auch nur ein System von vielen. Systeme können hilfreich sein, wir müssen uns ihnen nur nicht unterwerfen. Auch nicht dem „new year, new me“-Narrativ, das so schnell Druck macht.

Ich habe selbst viele Jahre lang Dinge ganz bewusst zum 1. Januar verändert. Kuren begonnen, Ernährungsformen umgestellt, mir neue Regeln gesetzt. Damals fühlte sich das stimmig an und ich bin die Letzte, die sagt, man solle etwas nicht tun, wenn es sich wirklich richtig anfühlt.

Was ich heute klarer sehe: Oft merken wir gar nicht, wie wenige Optionen wir uns innerlich erlauben. Einfach, weil wir sie nicht sehen.

Deshalb meine Einladung — an dich und genauso an mich:

Nimm den Jahresanfang so, wie er für dich passt. Nicht so, wie er aussehen sollte. Nicht so, wie er sich angeblich anfühlen müsste.

Vielleicht spürst du Aufbruch, Tatendrang, Lust auf Bewegung. Vielleicht aber auch Rückzug, Langsamkeit, das Bedürfnis nach Ruhe. Vielleicht ist da gar nichts Klar-Definiertes, sondern eher ein leises Dazwischen.

Was auch immer es ist: Erlaube es dir.

Winter ist mehr als eine Jahreszeit

Lange war Winter für mich einfach die Zeit, in der es kalt ist, vielleicht Schnee liegt und Weihnachten stattfindet. Das stimmt auch, aber er dauert länger, als wir oft annehmen.

Der Winter beginnt erst kurz vor Weihnachten — und er endet nicht, nur weil im Kalender Januar steht. Selbst wenn sich in den nächsten Wochen erste Knospen zeigen, sind wir noch mitten im Winter. Energetisch, körperlich, emotional.

Und wofür ist der Winter gemacht? Für Einkehr. Für das Ruhigerwerden. Für das Geschehenlassen. Für weniger Vorantreiben und mehr Dasein. Für Sanftheit — auch dem eigenen Körper gegenüber.

Warum also dieser Stress?

Wenn du merkst, dass du noch im Modus der Einkehr bist, dass es dich Kraft kostet, direkt vom ersten in den dritten oder vierten Gang zu schalten, dann ist das kein Zeichen von Schwäche. Vielleicht ist es einfach stimmig.

Langsam schalten. Ein Gang nach dem anderen. Mit einem Motor, der warm laufen darf.

Winter heißt nicht nichts tun. Winter heißt: anders tun.

Und ich glaube, dass genau diese Qualität — dieses Anders-Tun — etwas ist, das uns nicht nur durch den Januar trägt, sondern durch das ganze Jahr.

Neubeginn als Übergang

Der Jahresanfang darf ein Neubeginn sein. Aber vielleicht ist er weniger ein Startschuss und mehr ein Übergang. Ein Dazwischen. Ein leises Sortieren.

Nicht losrennen, sondern losgehen. Nicht alles auf einmal ändern, sondern wahrnehmen, was sich überhaupt bewegen will.

Und vielleicht, ganz vielleicht, ist genau das genug.

Wenn du magst, nimm diese Wochen nicht als Aufgabe, sondern als Raum. Einen Raum, in dem du dich selbst spürst. Einen Raum, in dem nichts „falsch“ ist, nur weil es langsamer ist.

Alles Weitere darf daraus entstehen.

Mit Liebe, Anna


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