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So dankbar ist Gott

Artikel in pdf-Format

Karl-Maria de Molina · 2022-07-25 13:06 · 0 claps · 11.0 min read
#dankbarkeit #jesus #magdalena #auferstehung
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So dankbar ist Gott

Artikel in pdf-Format

Ulli habe ich bei einem beruflichen Meetup in München kennengelernt. Am Anfang sprachen wir nur über den Job. Später entdeckten wir ein gemeinsames Thema: Der Glaube. Im Laufe eines Treffens sagte er mir: „Wenn ich Jesus mit einem Wort beschreiben müsste, dann würde ich Dankbarkeit sagen“. Ja, dachte ich mir. Es trifft zu. Jesus hat sich in seinem Lebenswandel auf Erde immer dankbar gezeigt. Damit hat Ulli den Grundstein für diesen Artikel geliefert: „So dankbar ist Gott“.

Kinder erhalten häufig Geschenke, auch von Verwandten, von Freunden der Familie usw. Es kommt nicht selten vor, dass die Eltern die Kinder einschärfen, sich zu bedanken. Dankbarkeit ist eine schöne Tugend. Es wäre interessant, eine Studie zu erstellen über die Korrelation zwischen Dankbarkeit und Umfang der Geschenke. Was unter uns Menschen gilt, gilt auch zwischen Gott und uns.

Der Evangelist Lukas (17,11) schildert uns eine Szene von Jesus in Samarien auf dem Weg nach Jerusalem. Er heilte zehn Aussätzige. Aber nur ein Fremder, ein Samariter bedank sich. Dann sagte Jesus (Lk 17,17): “Es sind doch alle zehn rein geworden. Wo sind die übrigen neun?“ Darin erkennen wir, wie wichtig für Jesus unsere Dankbarkeit ist.

Es stellt sich die Frage: Liefern uns die Evangelisten auch Passagen, die Jesus als dankbarer Mensch präsentieren? Verlangte damals Jesus Dankbarkeit von anderen, ohne selbst dankbar zu sein? Jesus -das ist meine feste Überzeugung- war und ist außerorderlich dankbar. Dies werde ich im Laufe des Artikels beweisen, durch Texte, durch fremde und eigene Erfahrungen.

Im Artikel Im Reich der Beschenkten habe ich einige Aspekte der Großzügigkeit Gottes beschrieben. Großzügigkeit und Dankbarkeit liegen nahe beieinander.

Dankbarkeit ist eine Tugend in Anerkennung einer erhaltenen materiellen oder immateriellen Zuwendung. Gott, der alles hat, freut sich über unsere „Zuwendungen“.

Für Gott ist die größte Zuwendung die Befolgung seiner Gebote und seiner Eingebungen (1 Joh 3,22). In Lk 8,21 sagt Jesus: „Meine Mutter und meine Brüder sind die, die das Wort Gottes hören und danach handeln“. Und damit kommen wir zur Person, die die Befolgung der Gebote und Angebote Gottes am besten umgesetzt hat: Maria, die Tochter, Braut und Mutter Gottes (siehe auch „ihr Ja hat die Welt verändert“).

Maria hat in der Verkündigung (Lk 1,26) die Welt revolutioniert und der Menschheit den Weg in die Zukunft gewiesen, indem sie fest an die Allmacht Gottes geglaubt hat. Und in welcher Währung honoriert Gott diese Entscheidung Mariens: Mit einer Freude, die keine Grenzen zu kennen scheint.

Kurz nach ihrem Ja zum Engel Gabriel bei der Verkündigung reist Maria „cum festinatione“, d.h. voll Freude und Engagement“, Escrivá (1976). Sie trifft ihre Base Elisabeth und voll Freude lobt sie Gott im Gebet des Magnificat (Lk 1,46): „Meine Seele preist die Größe des Herrn und mein Geist jubelt über Gott meinen Retter“. Die Freude des Magnificat wird sie ihr Leben lang begleiten, auch unter dem Kreuz.

Am Ende ihres Lebens wird Maria in Leib und Seele in den Himmel aufgenommen (Dogma 1950, Papst Pius XII). Dieses Fest begeht die Kirche am 15. August. Escrivá (1976) beschreibt in einem unnachahmlichen Stil dieses Event „Und die himmlischen Heerscharen entfalten ihren ganzen Glanz…Und so groß ist die Majestät Mariens, dass sich die Engel fragen: Wer ist doch diese?

Eine Woche danach, d.h.am 22. August feiert die Kirche ein weiteres Marienfest: Ihre Krönung. Papst Pius XII hat mit seiner Enzyklika „Ad caeli reginam“ vom 11. Oktober 1954 die königliche Würde der Seligsten Jungfrau Maria bestätigt.

Beide Ereignisse: Aufnahme in den Himmel und Krönung sind für mich der Inbegriff der Dankbarkeit Gottes an uns Menschen. Jahrelang war mir dieses Fest, Krönung Mariens, nicht präsent. Kurz vor dem Besuch des Papstes in Köln im Jahr 2005 wurde ich dieses Festes gewahr und ich empfand dabei eine unheimliche Freude. Das Treffen mit dem Papst fand am 21. August und ich sagte damals: Schade, der 22. August wäre schöner gewesen. Leider fiel der 22. August 2005 an einem Montag und war daher ungeeignet fürs Treffen.

Man sagt, Kinder haben unrealistische Wünsche: z.B. „Papa, ich will den Mond“. Auch Erwachsene können schwer realisierbare Wünsche haben. Ich persönlich, wünsche mir, am Fest Krönung Mariens in den Himmel zu kommen. Und dann in der Mediathek stöbern und mir die „Aufzeichnung des damaligen Festes“ anschauen!

Hat sich Gott Maria erst ihrem Tod dankbar erwiesen? Von ihrem irdischen Leben kennen wir tatsächlich wenige schriftlich festgehaltene Hinweise. Ehrlich gesagt, ich hätte mir mehr Stellen im Evangelium gewünscht als die bekannten Ereignisse: Magnificat (Lk 1,46), Hinweis auf die Witwe von Naim (Lk 7,11), dann Lukas 11,27 und Lk 8,20 sowie Matthäus 12,47.

Uns ist das verborgene Leben der Heiligen Familie unbekannt (siehe Die Heilige Familie von Nazareth), wo Jesus die Rolle des guten Sohnes übernommen hat. Wir können uns leicht vorstellen, dass er sich gegenüber seinen Eltern vorbildlich verhalten hat, wie er es später im öffentlichen Leben getan hat. Nicht per Zufall kam der Ruf einer Frau aus der Menge (Lk 11,27): „Selig der Leib, der dich getragen hat“.

Wir haben gesehen, lieber Leser, liebe Leserin, dass Gott Maria einen großen Empfang in den Himmel bereitet hat, nachdem sie auf Erden unermessliche Leiden auf sich genommen hat (siehe auch Die Leiden Mariens — Teil 1). Haben wir weitere Beispiele, wie Gott die Treue der Menschen belohnt? Ja. Jede Menge. Ich werde aufgrund der Länge nur eine kleine Auswahl präsentieren.

Paulus hat unzählige Male für Gott gelitten (2 Kor 11,23). Dafür hat ihm Gott eine große Lebensfreude geschenkt und einen „Einblick“ in den Himmel gewährt: „Was kein Auge gesehen und kein Ohr gehört hat…das Große, dass Gott denen bereitet hat, die ihn lieben“ (1 Kor 2,9).

Für diesen Artikel habe ich ein Bild vom venezianischen Paolo Veronese ausgewählt. Es handelt sich um das Motiv „Noli me tangere“ (Halte mich nicht fest). Es handelt sich um die Begegnung Jesu mit Maria Magdalena am Tag der Auferstehung. Bevor wir in diese Begegnung eintauchen, wollen wir uns mit der Vorgeschichte befassen.

Maria aus Magdala (Magdalena) gehörte zur Gruppe der Jünger Christi. Sie war eine der wenigen aus dem Kreis der Jünger, die bei der Kreuzigung Jesu anwesend war (Joh 19,25). Sie war auch bei der Grablegung (Joh 19,40) dabei. Und am Auferstehungstag ging sie sehr früh zum Grab (Joh 20,1). Der Evangelist Johannes liefert uns dazu sehr interessante Details über die Dankbarkeit Gottes ihr gegenüber. Schauen wir uns die Szene genauer an.

Maria Magdalena geht -wie oben erwähnt- früh mit anderen Frauen zu Grab. Sie wissen nicht, wie sie den Stein vor dem Grab entfernen können. Sie lassen sich von diesem „Detail“ nicht beirren und laufen eilends zum Grabe. Da angekommen -oh Überraschung- finden sie das Grab offen. Erstes Problem gelöst, der Stein vor dem Grab ist weg. Nur dann kommt der Schreck: Das Grab ist leer! Gott will die Frauen für ihren Besuch belohnen und sendet zwei Engel als Emissäre (Lk 28,6). Diese teilen ihnen die frohe Botschaft mit: „Non est hic, surrexit enim, sicut dixit“ (Er ist nicht hier, er ist auferstanden, wie er angekündigt hatte).

Mit dieser Nachricht der Engel im Gepäck eilt Maria Magdalena zu den Aposteln. Sie ist Trägerin der zweitwichtigsten Nachricht der Menschheit: Jesus ist auferstanden! Die Apostel wollen ihr nicht glauben und so laufen Johannes und Petrus zum Grab. Sie stoßen jedoch nicht auf die beiden Engel von vorhin. Diese blieben nur den mutigen Frauen vorbehalten, allen voran Maria Magdalena. Ihr Glaube, ihr Mut wurde vom dankbaren Gott mit beiden Engeln und mit der Nachricht belohnt. Sie waren -nach der Mutter Gottes- die ersten, die von der Auferstehung Gottes Kunde erhalten haben.

Und die Geschichte geht weiter.

Magdalena kehrt wieder zum Ort des Geschehens zurück. Zum Grabe. Sie weiß, Jesus ist auferstanden, das Grab ist leer. Und wieder ein hoffnungsloses Unterfangen. Sie sucht Jesus im leeren Grab. Und wieder sind die Engel da. Sie unterhält sich mit ihnen. Die wollen sie trösten (Joh 20,13). Wir erinnern uns, bei Petrus und Johannes gab es keine Engel. Diese kommen erst wieder zu Maria Magdalena.

Und dann kommt wieder die Dankbarkeit Gottes gänzlich zum Vorschein. Jesus erscheint höchst persönlich (Joh 20,14). Und es entsteht ein wunderbarer Dialog (Joh 20,15): „Frau, warum weinst Du, wen suchst Du?“ Jesus beschäftigt sich mit ihren Sorgen. So liebevoll kann Gott mit uns sein. Sie begrüßt sie mit ihrem Namen und dann erkennt sie ihn. Rabbuni (Meister) ruft sie (Joh 20,16). Und dann kommt das „Noli me tangere“ des Veronese Bildes.

Dann wird Maria die Gabe zuteil, als erste die Nachricht der Erlösung aus dem Munde Jesu zu hören: „Ich gehe zu meinem Vater und zu eurem Vater; zu meinem Gott und zu eurem Gott“ (Joh 20,17). Wir sind erlöst! Wie viele Tausende von Jahren hat das Volk Israel auf diese Nachricht gewartet. Und Maria Magdalena ist die Empfängerin dieser wundervollen Nachricht.

Es war eine Frau, Maria Mutter Gottes, die die Ankündigung der Erlösung aus dem Munde des Erzengels Gabriels als erste vernimmt. Und es ist wieder eine Frau, die die Nachricht der Erlösung als erste in Erfahrung bringt. Gott hat die beiden Frauen u.a. aufgrund ihres Glaubens gewählt, um uns Menschen die Kunde über die Erlösung zu überbringen. Sie wurden für ihren Glauben belohnt, so dankbar ist unser Gott!

Kehren wir letztmalig zum Grabe Jesu zurück. Wie oben erwähnt auch Johannes und Petrus waren da. Es ist Johannes höchst selbst, der uns seine Erinnerungen von diesem Tag schildert. Petrus und Johannes laufen zum Grabe (Joh 20,3–8): „Da ging auch der andere Jünger (Johannes), der zuerst an das Grab gekommen war, hinein; er sah und glaubte“. Petrus und Johannes sehen dasselbe Grab, dieselben Tücher im menschenleeren Grab. Einer glaubte und der andere nicht. Meine Erklärung dafür ist einfach. Johannes hatte vor drei Tagen am Kreuz mit Jesus, Maria und den Frauen gestanden. Er bekam den Auftrag, sich um die Mutter Jesu zu kümmern. Diese Zeichen der Liebe bleiben Jesus nicht verborgen. Ähnlich wie Maria Magdalena erhält Johannes eine besondere Gnade: Den Glauben an den Auferstanden. Das ist für mich Dankbarkeit Jesu in reinster Form.

Und die Geschichte von der Dankbarkeit Gottes geht weiter und reicht bis unsere Tage hinein. Ich könnte von Heiligen, von Bekannten und Freunden unzählige Zeichen der Dankbarkeit Gottes aufzählen. Ich werde nur eine kleine Auswahl präsentieren und dann aufzeigen, wie Sie und ich die Dankbarkeit Gottes in unserem Leben entdecken können.

Escrivá sprach in Zusammenhang mit der Dankbarkeit vom „Etiam Ignotis“ (d.h. „auch von den unbekannten Gaben“), d.h. von den Geschenken, die wir nicht wahrnehmen. Wir nehmen sie nur dann wahr, wenn wir das „Quid Divinum“ (d.h., das Göttliche in unserem Leben) entdecken, wie Escrivá zu sagen pflegte. Wie meine ich das? Anhand einer einfachen Anekdote werde ich dies verdeutlichen.

Mein Freund Martin war auf der Suche nach einer Wohnung in der Nähe des Büros. Auf dem zum Büro sah er eine Wohnanlage direkt an einem Park. Er dachte für sich: Oh, hier könnte ich wohnen! Er bat Gott nicht einmal darum. Anschließend suchte er online nach Angeboten in der Gegend des Büros und „le voilà“ nach einigen Wochen unterschrieb er den Mietvertrag für eine Wohnung direkt an der besagten Parkanlage. Als er mir freudenstrahlend den „Fund“ erklärte, bemerkten wir das Datum. Die Vertragsunterzeichnung fiel an einem Fest der Mutter Gottes. Martin liebt sie sehr. Martin und ich sahen „die Hand Gottes“ im Spiel.

Escrivá machte 1970 eine Wallfahrt nach Guadalupe (Mexiko). Eines Tages war er erschöpft und lag im Bett. Im Zimmer hing ein Bild von der Mutter Gottes von Guadalupe. Zu den Anwesenden sagte er: Gern würde ich mit dem Blick auf die Mutter Gottes von Guadalupe sterben. Und so geschah es. Zufall? Nein. Zufall ist die Unkenntnis der kausalen Zusammenhänge. Gott kennt die Zusammenhänge bestens. Er nämlich organisiert sie für uns.

Die Liste der Anekdoten ließe sich ins Unendliche fortsetzen. Täglich millionenfach, milliardenfach reihen sich solche Anekdoten an.

Wir kehren für einen Moment zurück zurzeit Jesu. Wir betrachten den Kreuzweg in der 6. Station. Wir lesen aus dem Kreuzweg (Escrivá 1983): „Eine Frau mit Namen Veronika drängt sich durch die Menge. Sie trägt ein weißes Leinentuch bei sich, mit dem sie ehrfürchtig das Angesicht Jesu abwischt. Auf dem dreifach gefalteten Tuch bleiben die Züge des heiligen Antlitzes zurück“. Ich möchte dieses Ereignis „typisch Jesu“ bezeichnen. Seine Dankbarkeit kommt in dem Moment zum Vorschein, wo jeder von uns mit dem eigenen Leiden beschäftigt wäre. Nur Jesus denkt daran, sich bei Veronika zu bedanken.

Kurze Zeit später eine ähnliche Situation mit dem Schächer Dimas (Lk 23,42): „Jesus, denk an mich, wenn du in dein Reich kommst. Jesus antwortete ihm: Amen, ich sage dir: Heute noch wirst du mit mir im Paradies sein“. Dimas hat Jesus vor den verbalen Angriffen des anderen Verurteilten verteidigt. Und das genügte Jesus, um Dimas ins Paradies zu holen. Diese Szene ist für mich sehr tröstlich. Die Message: Auch wir Sünder haben eine Chance, ins Paradies zu kommen, wenn wir reumütig sind.

Gott zeigt sich besonders dankbar bei den Menschen, die ihn lieben. Diese Liebe äußert sich am geopferten Leiden, an der Befolgung seiner Gebote und an der Dankbarkeit. Je dankbarer wir uns Gott erweisen, desto stärker zeigt er sich von seiner dankbaren Seite.

Sind wir wirklich dankbar? In einer Erscheinung der Mutter Gottes in Salzburg im Jahre 1985 sagte sie: “Er (Jesus) hat alles getan, was ein Mensch für den anderen tun kann, und hat dafür nicht einen kleinen Funken Dankbarkeit von euch erhalten” (Hierzenberger 1993). Harte Worte Mariens, die uns zum Weinen bringen sollen. So undankbar sind wir, dass die Mutter Gottes erscheinen muss, um uns die Leviten zu lesen. Geht es noch? Wir fassen Vorsätze der Besserung. Wir wollen uns dankbar erweisen. Auch bei den unbekannten Gunsterweisen Gottes.

Mein Freund Klaus verriet mir neulich eine schöne Gewohnheit: „Beim Aufwachen gelten meine ersten Worte Jesus, Maria und Josef. Ich bedanke mich bei den drei“. Anschließend überlegt er sich, was er tagsüber für Jesus, Maria und Josef tun kann, um ihnen eine Freude zu bereiten. Und sucht „mit einer Lupe“ während des Tages nach Gelegenheiten, sich bei Gott zu bedanken. Klaus sagte mir neulich, bis 20-mal am Tag findet er mit seiner Lupe das „Quid Divinum“ in seinem Alltag. Das bereitet ihm viel Freude. Er meint, auch Jesus freut sich dabei. Klaus nennt dieses Spiel „göttliches Tischtennis“: „Ich sende ein Dankeschön und prompt kommt etwas vorbeigerauscht, wofür ich mich bedanken kann“. Und so den ganzen Tag. Klaus ist der Meinung, dass ihn Gott verwöhnt: „Er (Jesus) behandelt mich wie ein kleines Kind, das auf die Hilfe der Eltern angewiesen ist“.

Im Psalm 1 (Gotteslob 651) heißt es „Ich suchte den Herrn, und er hat mich erhört, all meinen Ängsten hat er mich entrissen“. Das ist eine typische Hilfeleistung Gottes, uns von unseren Ängsten zu befreien. Er muss nicht unsere „Problemchen“ lösen. Er gibt uns die Kraft, sie selbstständig zu lösen.

Dankbarkeit ist Bestandteil unseres Lebens mit Gott. In dem Moment, wo wir uns entscheiden, unser Leben in seine Hände zu legen, uns ihm gänzlich zu überlassen, dann entsteht ein ganz neues Leben. Paulus (Gal 2,20) fasste es so zusammen: “Nicht mehr ich lebe, sondern Christus lebt in mir“. Er ist eins mit Gott geworden. Er ließ sich vom Heiligen Geist führen und so konnte er sagen: „Der Heilige Geist und ich haben beschlossen…“ (Apg 15,28).

Paulus war zeitlebens Gott sehr dankbar. Und Gott? Oben haben wir gelesen, wie Paulus in einer Vision den Himmel sehen dürfte. Das ist ein klares Zeichen der Dankbarkeit Gottes.

“In diesem Kranken war Jesus gegenwärtig. Ich habe seine Gegenwart auf dem Gesicht dieses Kranken gesehen. Ein solches Erlebnis ist ein Geschenk Gottes“. Text aus dem Buch von Mutter Teresa (1986). Sie war in der Lage, in den Kranken ein Geschenk Gottes zu sehen. Ich schäme mich, wenn ich das lese. Wie weit bin ich davon!

Beenden wir diesen Artikel mit einem kleinen Vorsatz: „Suche täglich (mehrfach) einen Grund, Gott zu danken. Und Du wirst seine Dankbarkeit erleben“.

Literatur

Escrivá, J. (1976) Rosenkranz, fe-Medienverlags, Kisslegg

Escrivá, J. (1983) Kreuzweg, Köln

Mutter Teresa (1986) Die Sprache des Herzens — Gedanken für jeden Tag, Freiburg

Hierzenberger, G., Nedomansky, O. (1993) Erscheinungen und Botschaften der Gottesmutter Maria, Weltbild

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Der Autor

Dr.-Ing. Karl-Maria de Molina hat Ingenieurwissenschaften, Philosophie und Theologie studiert, und in Fahrzeugtechnik promoviert. Er hat Bücher über Automobiltechnik und Arbeitsmethodik geschrieben, und über Arbeitskultur und Kompetenzentwicklung herausgegeben. Er hat mehrere Lehraufträge in deutschen Universitäten; er hält Seminare über Führungskräfteentwicklung; er hat mehrere Unternehmen gegründet und innovative Produkte entwickelt und vermarktet.

Das notwendige Wissen für diese Artikelreihe hat der Autor erworben durch das Studium der Philosophie und Theologie, durch die tägliche Lektüre des Evangeliums und geistlicher Bücher; durch den täglichen Besuch der Eucharistie; durch die wöchentlichen Gespräche mit dem geistlichen Leiter und durch die Beichte; durch die wöchentliche Teilnahme an Vorträgen über geistliche Themen; durch monatliche Einkehrtage; durch jährliche Exerzitien.


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