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Selbstgelegte Stolpferfalle als Tor zur Selbstermächtigung

Ich sitze im Cafe und weine.  Seit gestern will ich am liebsten aus allen Gruppen bei Telegram raus gehen. Nicht mehr dabei sein, so groß…

Christine · 2025-09-25 18:29 · 50 claps · 4.6 min read
#possibility-management #radical-responsibility #emotions-and-feelings #self-empowerment #emotional-healing
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Selbstgelegte Stolpferfalle als Tor zur Selbstermächtigung

unsplash — anthony-aird

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Ich sitze im Cafe und weine. Seit gestern will ich am liebsten aus allen Gruppen bei Telegram raus gehen. Nicht mehr dabei sein, so groß ist mein Schmerz zu sehen, was andere an großartigen Angeboten in die Welt bringen. Was andere kreieren. Nicht ich.

Mein Child-Ego ist aktiv, indem ich Monat um Monat auf die Erlaubnis von außen, dass mir jemand sagt “Du bist weit genug, es wird Zeit, dass Du deine eigenen Angebote kreierst” warte. Ich warte, dass ich von außen die Erlaubnis erhalte.

Seit 6 Monaten bin ich am Reisen, durch Europa. Ich habe so viel Neues erlebt. So viel, wie ich mein Leben neu kreieren und leben will. Und so viel, was ich schon ganz anders mache, ohne es vorher durchplant und durchdacht zu haben. So viel, was mir bewusst wird, wo ich in meiner Vergangenheit nicht gelebt habe. Aktuell nehme ich mir Integrationszeit in einer Stadt, in der ich 12 Jahre lang gelebt habe. In dieser Integrationszeit kam Schmerz in mir hoch.

So lang habe ich nicht gesehen, dass alles, was ich genau jetzt (und auch in der Vergangenheit, im jeweiligen Jetzt) brauche, in mir ist und war. Die ganzen Jahre, von Geburt an, ich hatte Fähigkeiten in mir, die ich nicht gesehen habe. In meiner Kindheit die Erfahrung gemacht habe, dass meine Fähigkeiten nicht gewünscht sind, ich bestraft wurde, wenn ich etwas anders mache, als es sich gehörte und fing an nur noch an mir zu zweifeln und zu glauben, dass ich keine wertvollen Fähigkeiten in mir tragen würde.

Ich habe den Eindruck, dass ich heute an ähnlicher Schwelle, auf anderer Art und Weise stehe. Ich liebe es, andere Menschen zu empowern, Feedback und Coaching zu ihren Angeboten zu geben und andere zu ermächtigen, mit ihren Angeboten sichtbar zu sein. Ich selbst halte mich jedoch zurück. Ich selbst halte mich zurück, weil mein Überlebensmuster in mir schreit “Du musst dich zurückhalten, du blamierst dich nur, wenn du ein Angebot kreierst und wirst ausgeschlossen!” (Eltern-Ego), oder auch “Du hast keine wertvollen Fähigkeiten”, oder “Meine Fähigkeiten dienen niemanden und ich werde damit nicht verstanden” (Child-Ego), “Du must erstmal noch viel mehr lernen, bevor du auch nur ansatzweise was anbieten kannst”, “Ich bin nicht gut genug”. Also halte ich mich lieber zurück, als wieder und wieder auf die Nase zu fallen (Überlebensmechanismus).

Jetzt ist es passiert, dass ich auf die Nase gefallen bin, weil ich mich zurückgehalten habe. Ich stand an einer Schnur, sie spannte sich immer enger von vorn um meine Beine und dann, dann zog ich mir selbst, mit dieser Schnur, mir die Füße unter mir weg, weil ich nicht über die Schnur drüber gestiegen bin. All diese alten inneren Geschichten wurden in mir größer und größer. Ich sah, wie Andere mehr und mehr Raum einnahmen und neue Schritte gingen und ich liege hier am Boden und will alles hinschmeißen, weil es keinen Sinn mehr machen würde. Ich werde nie soweit sein, dass ich einen Raum anbieten/ausschreiben kann und werde. Es sei naiv zu glauben, dass ich dazu in der Lage sei. Jetzt kam der Schmerz hoch, so lange mich zurückgehalten zu haben. So lange mich verstecken zu wollen. Nur im Hintergrund aktiv zu sein, wo mich kaum jemand sieht und zu sehen, wie Andere mehr und mehr in den Mittelpunkt gehen und sich da mehr und mehr hinstellen und sichtbar werden.

Es wäre ein leichtes gewesen, meinen Überlebensmustern freien Lauf zu lassen, aus Gruppen auszutreten, mich selbst auszugrenzen, Nachrichten nicht mehr lesen und mich nicht mehr zu melden. Ich wusste jedoch direkt, das sind alte Überlebensmuster, damit will ich nicht mehr handeln und ich fühlte mich ängstlich, diese nicht umzusetzen, weil ich die Konsequenzen dann noch nicht abschätzen konnte. Dennoch, durch meine eigene Transformationsarbeit habe ich Matrix aufgebaut, in genau solchen Situationen meinen Erwachsenen Anteil zu aktivieren. Mein erwachsener der mir dann neue Wege öffnet, wie, dass es gerade nichts zu entscheiden gibt, der den Fokus wieder aufs JETZT legen kann und genau sieht, dass diese Emotionen mit Geschichten und Vergangenheit verknüpft sind.

Zwischen Licht und Schatten, wofür entscheidest du dich, genau jetzt? unsplash: eugene-uhanov

Zwischen Licht und Schatten, wofür entscheidest du dich, genau jetzt? unsplash: eugene-uhanov

Es war ein hin und her, in Teams weiterhin zu gehen und Präsent sein, und ein im Sumpf meine nächste Runde drehen. Gleichzeitig wusste ich zu jeder Zeit, dies hier ist mein Sumpf, das ist nicht die Realität. Dennoch fühlte es sich für mich an, wie mehrmals auf eine asphaltierte Straße zu fallen und dabei zu sein, aufzustehen. Ich beschloss Dinge zu machen, die mich nähren, wie in die Natur, oder in ein Cafe zu gehen und hier dann Dinge zu erledigen, wie mir eine neue Mailadresse anzulegen. Dinge, für später, wenn ich irgendwann Räume anbiete, dann Mailadresse und anderes vorbereitet zu haben und auch, wenn emotionale Ängste aktiv sind, meine nächsten Schritte zu gehen. Weiter an diesem Wunsch etwas bestimmtes kreieren zu wollen, was gerade unmöglich scheint, dran zu bleiben und dies Vorhaben nicht in den Mülleimer zu werfen. Mir tat es gut, etwas zu tun, was im Außen erst einmal keine Auswirkung hat, eine Mailadresse erstellen, die ich noch nirgends teile, die einfach startklar ist, wenn ich soweit bin. Mit meinem Child-Anteil in Kontakt gehen, ihn an die Hand nehmen, zeigen das nichts passiert und mein Gremlin nichts verteidigen brauch.

Rückblickend betrachtet bin ich schmerzhaft hingefallen und ich bin wieder aufgestanden. Ich habe meine Edge wahrgenommen und unterschiedliche Handlungsmöglichkeiten in mir wahrgenommen und mich immer wieder an meine eigene Verantwortung erinnert. Will ich hier wirklich versumpfen, und hoffen dass mich jemand rettet? Oder nutze ich die Kraft meiner Gefühle, lasse Emotionen durchlaufen und heile, und sorge für mich? Ja, ich bin im Sumpf und das ist ok, ich kämpfe nicht gegen an, und im Jetzt kann ich was anderes erleben. Heute entscheide ich mich für letzteres. Nicht immer und immer öfter. Denn es ist mein Leben und ich bin nicht mehr bereit auf der Triebühne, in der letzten Reihe mich hinzusetzen und andere in den Vordergrund zu stellen. Ich will weiterhin andere ermächtigen, ihre Ideen in die Welt zu bringen, und genauso, wie ich andere empower, auch lernen, mich selbst zu ermächtigen. Ich bin nicht mehr bereit zu warten, bis mir jemand sagt, ich sei weit genug. Dies zu beurteilen, und die Erlaubnis geben, kann letztlich nur ich selbst. Traue ich mir XY zu oder nicht? Bin ich bereit etwas neues auszuprobieren oder nicht? Denn eigentlich gehts doch genau darum, sich selbst erlauben Dingen zu tun die einem am Herzen liegen. Auch wenn es sich unfassbar gefährlich anfühlt, genau dafür zu gehen.

Was willst du in die Welt geben, und tust es bislang noch nicht? Ist es an der Zeit, dies zu ändern?

Von Herzen Christine


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2026-07-24 07:09:03