Tagesausflüge von Port Blair aus
Versteckte Strände, North Bay, Wandoor & besondere Inselabenteuer abseits der üblichen Routen
Tagesausflüge von Port Blair aus
Versteckte Strände, North Bay, Wandoor & besondere Inselabenteuer abseits der üblichen Routen
Die Gegend rund um Port Blair zu erkunden bietet weit mehr als nur postkartenreife Strände. Von bekannten Orten wie North Bay bis hin zu weniger bekannten Geheimtipps entlang von Dschungelstrassen und in Meeresschutzgebieten zeigen diese Tagesausflüge eine andere Seite der Inseln, eine Mischung aus Natur, Abenteuer und ruhigem Entdecken. Es lohnt sich tatsächlich, als Tourist ein paar Tage hier zu verbringen. Port Blair wird oft nur als Zwischenstopp genutzt, um zu anderen Inseln weiterzureisen, und viele bleiben nicht lange in der Region.

North Bay: Ein beliebtes Reiseziel auf den Andamanen
Eines Tages machten wir uns auf den Weg nach North Bay, einem der meistbesuchten Ausflugsziele der Region. Den ganzen Tag über kommen kleine Boote an und bringen Besucher, die Wassersport ausprobieren und die Küste erkunden möchten.
Kürzlich wurde eine neue Strasse gebaut, die den Zugang erleichtert. Schon aus der Ferne wirkte die Landschaft sehr reizvoll und sie hielt, was sie versprach. Die Strasse schlängelt sich entlang der Küste und bietet schöne Ausblicke sowie angenehme Fahrbedingungen. Zudem war die Strecke kürzer als erwartet. Die Aussicht unterwegs war so schön, dass sie ruhig etwas länger hätte sein dürfen.
North Bay ist bekannt für Aktivitäten wie Schnorcheln, Tauchen und Sea Walking. Allerdings ist alles auf ein relativ kleines Gebiet konzentriert. Tauchgänge beschränken sich eher auf kurze, geführte Erlebnisse und nicht auf vollständige Zertifizierungskurse.
Es gibt einige Restaurants und kleine Stände am Strassenrand, die wir nach einem reichhaltigen lokalen Frühstück ausgelassen haben. Ein nahegelegener Leuchtturm bietet beeindruckende Panoramaaussichten. Etwas, das wir bereits bei einem früheren Besuch erlebt haben und sehr empfehlen können.

Die Aussicht vom Leuchtturm auf North Bay.
Auch die Fahrt dorthin war eindrücklich. Die Strasse führt durch dichten Dschungel, mit gelegentlichen Blicken auf grössere, gut gepflegte Häuser entlang des Weges.
Wandoor Beach: Entspannte Auszeit am Meer
Ein weiterer Tagesausflug führte uns zum Wandoor Beach, einem bekannten Ziel in der Umgebung von Port Blair. Von hier aus fahren kleine Boote zu nahegelegenen Inseln, wobei der Zugang eingeschränkt ist.
Da Besucher dort weder schwimmen noch die Inseln frei erkunden dürfen, entschieden wir uns, auf dem “Festland” zu bleiben. Stattdessen genossen wir einen ruhigen Spaziergang entlang des Strandes. Die Kulisse war wunderschön, allerdings deutlich belebter als an anderen Orten, die wir besucht hatten.
Später entdeckten wir ganz in der Nähe einen versteckten Ort, ein Natur-Retreat mit einer gemütlichen Bar. Umgeben von Dschungel besteht die Anlage aus einfachen Holzhütten, die sich harmonisch in die Umgebung einfügen. Wir konnten auch einen Blick ins Innere einer Hütte werfen: schlicht, aber sehr geschmackvoll gestaltet.
Die Atmosphäre war angenehm authentisch, keine grossen Resorts, keine Überbauung, sondern Natur, Ruhe und echtes Inselgefühl. Ein klarer Kontrast zu den zunehmend zahlreicheren Betonhotels auf den Inseln.

Abseits der vielbefahrenen Strasse nach Wandoor fanden wir eine weiteren Weg. Dort sah ich zum ersten Mal Gemüsebau auf den Inseln.
Erkundung der Andamanen-Pufferzone: Ein besonderes Erlebnis
Eines unserer unerwarteteren Abenteuer führte uns in eine sogenannte Pufferzone, Gebiete, die dem Schutz indigener Stammesgebiete auf den Andamanen dienen.
Die Fahrt begann mit etwas Unsicherheit. Nach einer falschen Abzweigung und zunehmend schlechter werdenden Strassen wurde klar, dass wir uns in eine deutlich weniger besuchte Gegend bewegten.
Entgegen meiner ersten Annahme war das Gebiet nicht völlig unbewohnt. Vereinzelt standen Häuser entlang der Strecke. Schliesslich erreichten wir einen Kontrollpunkt, der den Zugang zum Strand markierte.
Hinter dem Kontrollpunkt fanden wir einen ruhigen, fast menschenleeren Strand. Nur wenige Einheimische waren vor Ort. Besucher dürfen sich nur in einem kleinen Abschnitt des Strandes aufhalten, und die Besuchszeiten sind begrenzt.

Was für ein schöner, leerer Strand. Die Muster im Sand entstehen von Krebsen.
Trotz dieser Einschränkungen war das Erlebnis besonders, eine seltene Gelegenheit, einen abgelegenen Strand fernab der üblichen Touristenmassen zu geniessen, welches ohne Boot erreichbar ist. Ausserdem gab es dort einige japanische Bunker aus dem Zweiten Weltkrieg.

Ein japanischer Bunker aus dem Zweiten Weltkrieg.
Ein verstecktes Naturwissenschaftsmuseum
Während einer Fahrt entdeckten wir zufällig ein kleines Naturwissenschaftsmuseum, ein unerwarteter, aber lohnenswerter Halt.
Im Inneren gab es mehrere Räume mit interaktiven Ausstellungen, darunter Experimente zu Magneten und Luftströmungen sowie Informationen zur lokalen Flora und Fauna. Es gab sogar ein Quizspiel, bei dem Besucher gegeneinander antreten konnten. Es war überraschend unterhaltsam. Wir waren erstaunt, wie viele interaktive Elemente es gab. Natürlich kann das Museum nicht mit einem Wissenschaftsmuseum in der Schweiz oder ähnlichen Ländern mithalten.
Es gab auch eigene Bereiche für Schulklassen, mit Kinderarbeiten an den Wänden. Draussen ergänzte ein gepflegter Garten den Besuch.
Was besonders auffiel: Wir waren die einzigen Besucher. Trotz seiner Qualität scheint das Museum unter Touristen kaum bekannt zu sein.
Abseits der üblichen Wege: Ein Meeresschutzgebiet bei Chidiyatapu
Einer der eindrücklichsten Tagesausflüge führte uns in ein Meeresschutzgebiet zwischen Chidiyatapu und Wandoor, ein eher unbekanntes Ziel, das selten in typischen Reiserouten auftaucht.
Interessanterweise zeigt Google Maps dort mehrere Aussichtspunkte für den Sonnenuntergang an. Da das Gebiet jedoch bereits vorher schliesst, sind diese Markierungen irreführend. Nach einer bestimmten Zeit darf sich niemand mehr im Schutzgebiet aufhalten.

Der Zugang erfolgt über einen Kontrollpunkt, wo eine Gebühr bezahlt und eine ungefähre Rückkehrzeit angegeben werden muss. Die Besucherzahlen sind gering, und manche kehren sogar um, weil sie sich wegen der Strassenverhältnisse unsicher fühlen.
Das ist jedoch unnötig. Die Strasse ist zwar nicht asphaltiert, aber gut befahrbar. Teilweise sogar besser als andere Strecken, die wir genutzt haben. Die Fahrt führt durch dichten Dschungel entlang unberührter Küstenabschnitte, mit gelegentlichen Informationstafeln zur lokalen Tierwelt.

Der Zustand der Strasse könnte viel schlimmer sein durch das Meeresschutzgebiet.
Schliesslich erreichten wir einen teilweise eingestürzten Steg. Ein Spaziergang darauf war ein besonderes Erlebnis.
Unter uns war das Wasser voller Leben. Grosse Fischschwärme zogen vorbei, während kleinere Fische durch das flache Wasser huschten. Einige Korallen sorgten für farbige Akzente.

Die Anzahl der Fische war bei diesem Steg schlicht unglaublich.
Alles wirkte ursprünglich, unberührt und weit entfernt vom typischen Tourismus. Dieser Ort zeigte deutlich, wie sinnvoll der Schutz solcher Gebiete ist. Das Meeresleben war beeindruckender als an vielen anderen Orten. Wir haben es “nur” vom Steg aus beobachtet und waren nicht einmal im Wasser.
Fazit: Die besten Tagesausflüge auf den Andamanen
Von bekannten Zielen wie North Bay und Wandoor Beach bis hin zu versteckten Orten in Pufferzonen und ruhigen Meeresschutzgebieten bieten die Andamanen eine grosse Vielfalt an Tagesausflügen.
Wenn du eine Reise planst, lohnt es sich, die üblichen Routen zu verlassen. Einige der schönsten Erlebnisse entstehen an Orten, die kaum beworben werden. Jene, die man eher zufällig entdeckt oder die von Einheimischen empfohlen werden.

Die schönsten Orten sind nicht sofort erkennbare, einfach zugängliche Touristen Orte.
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- 2026-07-10 20:57:38