Wie sieht die aktuelle Pflegesituation in Deutschland aus und wie ist die Prognose?
by FLEXXI Care CEO Rudolf C. King
Wie sieht die aktuelle Pflegesituation in Deutschland aus und wie ist die Prognose?
by FLEXXI Care CEO Rudolf C. King

Pflege in Deutschland
Durch die Pandemie, die am 1. Januar 2020 offiziell begann, hat sich die Pflegesituation radikal verändert, teils zum Guten, teils zum Schlechten.
Vor der Pandemie ging man davon aus, dass es einen Pflegenotstand von etwa 80.000 Pflegern (Schätzung des Bundesgesundheitsministerium von 2017) gab, die bis 2027 auf bis zu 300.000 fehlende Pflegekräfte steigen wird. Programme, wie vereinfachte ein Zuwanderung von Pflegekräften aus dem Nicht EU-Ausland sollten dies lindern.
Bei einer Zahl von annähernd 1,4 Millionen Pflegebedürftigen ab Pflegegrad 3 heute, die auf bis zu 2,1 Millionen per 2030 steigen wird, kann man verstehen, dass sich eine echte “Pflegekatastrophe” ankündigt. Es gibt mehrere Faktoren, die schon vor der Pandemie wirkten, die zu diesem Problem führen.
Vor allen Dingen ist es die schlechte Entlohnung der Mitarbeiter, welche teilweise durch schlechtes Management der Pflegefirmen, teilweise durch geringe Leistungen der Pflegekassen und eine geringe Bereitschaft von zu Pflegenden und ihren Familien, neben der Versicherung selbst zu zahlen, geschuldet ist.

Pflegehilfe
Pflege gilt als dreckig, es ist natürlich nicht jedermanns Sache, zum Beispiel mit feces anderer, nicht verwandten Personen zu arbeiten, sie ist schwer, vor allen Dingen bei der Hilfe zum Aufstehen, Bettenwechsel, Waschen etc.; lange Ausbildungszeiten sind notwendig, da schon kleine Fehler zu schweren Verletzungen gebrechlicher Personen führen könnten. Generell ist Pflege nicht als wünschenswerter Beruf bei der überwiegenden deutschen Bevölkerung angesehen.
Zum Glück gibt es aber dennoch viele Menschen, die die Pflege mehr als Berufung denn als Beruf sehen, nennen wir sie “Menschen großen Herzens”, die trotz anderer Möglichkeiten nichts lieber tun als in der Pflege zu arbeiten.
Die oben genannten Probleme bei der Pflege führen statistisch zu einem normalen Abgang von geschätzt 7 %, einige Schätzungen gehen bis zu 12 % des Pflegepersonals pro Jahr. Keine Industrie auf der Welt könnte so einen Abgang stemmen ohne in Probleme zu kommen, die wie gesehen bereits bestehen.

Stress bei Pflegedienst
Ein großes Problem ist, dass durch die fehlenden Pflegekräfte die verbleibenden Pflegekräfte mit einer extrem hohen Über-Arbeitsbelastung konfrontiert sind, was erneut viele dazu bringt, schneller und früher über einen Ausstieg zumindest nachzudenken. In der Pflegeindustrie gibt es dazu einen Begriff, das “Zweite Kind-Syndrom”. Es wurde bei einer Statistischen Untersuchung festgestellt, dass es 2 große Problemfelder gab: die einen, die dem Pflegeberuf verließen, beriefen sich auf die mangelnde Flexibilität des Berufs; so muss zum Beispiel am Wochenende gearbeitet werden, was natürlich nicht sehr familienfreundlich ist. Bei Frauen -etwa 70 % des Pflegepersonals ist weiblich — kommt es zum hiatus, wenn das 2. Kind kommt. Warum man beim 1. Kind noch nicht den über den Ausstieg nachdenkt und erst beim 2. Kind so stark einschlägt, soll hier nicht diskutiert werden.
메타데이터
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