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Reise nach Chidiyatapu, Andamanen

Ein spontanes Bootabenteuer

Stefanie Patel · 2026-04-20 07:50 · 0 claps · 4.3 min read
#indien #jacht #reisen
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Reise nach Chidiyatapu, Andamanen

Ein spontanes Bootabenteuer

Wir haben es mit dem Boot nach Chidiyatapu geschafft, allerdings nicht ohne eine gute Portion Unsicherheit unterwegs. Dieser spontane Segeltrip zu den Andamanen entwickelte sich zu einem unvergesslichen Abenteuer, voller Herausforderungen, lokaler Begegnungen und abgelegener Schönheit.

Der Start des Ausflugs. Wir verlassen hier gerade Port Blair.

Der Start des Ausflugs. Wir verlassen hier gerade Port Blair.

Planung einer Bootstour nach Chidiyatapu

Aufgrund der lokalen Bürokratie auf den Andamanen müssen solche Ausflüge normalerweise einige Tage im Voraus geplant werden. Wir haben alles 2–3 Tage vorher organisiert. Doch nur einen Tag vor der Abfahrt platzte unser Beiboot. Plötzlich wurde eine einfache Frage zu einem echten Problem: Wie sollten wir überhaupt an Land kommen, wenn wir in Chidiyatapu ankommen? Wir waren kurz davor, die Reise ganz abzusagen.

Durch einen Zufall trafen wir am selben Tag jemanden, der in Chidiyatapu lebt und kürzlich ein kleines Boot gekauft hatte. Nachdem er von unserer Situation gehört hatte, bot er an, uns bei Bedarf abzuholen und wieder zurückzubringen. Diese einfache Begegnung rettete unseren Ausflug.

Die Reise: Lokale Boote und Seebedingungen

Mit wieder gefassten Plänen organisierten wir eine lokale Person, die uns in Port Blair zu unserem Boot brachte. Er kam verspätet, was uns etwa eine Stunde kostete, nichts Ungewöhnliches für Inselzeit. Wir fuhren mit einer lokalen „Dunghi“, einem kleinen traditionellen Boot, das auf den Andamanen häufig genutzt wird. Während sich Einheimische mühelos auf diesen Booten bewegen, wirkten sie auf mich überraschend instabil. Leider nutzte der Bootsführer unsere Lage aus und verlangte für die kurze Fahrt einen völlig überhöhten Preis.

Wir sind unterwegs mit einem lokalen Boot.

Wir sind unterwegs mit einem lokalen Boot.

An diesem Morgen ging es mir nicht gut, möglicherweise hatte ich eine Lebensmittelvergiftung. Auf halber Strecke musste ich mich übergeben. Nach einer kurzen Ruhepause erholte ich mich jedoch recht schnell und konnte den Rest der Fahrt geniessen.

Ankunft in Chidiyatapu: Empfang und Organisation

Die Ankunft mit dem Boot bringt logistische Herausforderungen mit sich. Das Mobilfunknetz ist unzuverlässig, und nur bestimmte Anbieter funktionieren in dieser Gegend. Wir hatten vorgesorgt und im Voraus eine passende SIM-Karte gekauft – doch genau dann, als wir sie brauchten, funktionierte sie nicht. Ohne Beiboot wurde die Organisation eines Transfers ziemlich stressig.

Schliesslich gelang es meinem Mann, vom Flybridge aus ein schwaches Signal zu bekommen, indem er das Telefon hoch in die Luft hielt. Nach mehreren Versuchen konnte er erfolgreich einen Anruf tätigen und den Transport organisieren.

Bei solch einer Ankunft, wird allen bewusst, wieso es nicht so guten Empfang gibt in dieser Gegend.

Bei solch einer Ankunft, wird allen bewusst, wieso es nicht so guten Empfang gibt in dieser Gegend.

Die Person, die wir zuvor kennengelernt hatten, konnte nicht selbst kommen, schickte aber seinen Bruder mit einem Fischerboot. Glücklicherweise manövrierte er vorsichtig, etwas, das sich später als keineswegs selbstverständlich herausstellte.

Anlandung am Strand von Chidiyatapu

Das Anlanden am Strand folgt einer einfachen, aber ungewohnten Methode: Die Boote fahren direkt auf den Strand zu, bis sie den Sand berühren. Alle springen hinaus, und das Boot wird, je nach Gezeiten, wieder ein Stück zurückgeschoben. Oft steht man dabei hüfthoch im Wasser. Bei tropischer Hitze ist das allerdings kaum ein Problem.

Lokale Kultur und Gastfreundschaft

Einer der eindrücklichsten Aspekte unserer Reise war die Gastfreundschaft der Einheimischen. In Chidiyatapu weigerten sich die Leute, Geld für ihre Hilfe anzunehmen. Als wir fragten, was wir ihnen schulden, taten sie scherzhaft so, als würden sie uns hinauswerfen, nur weil wir das überhaupt vorgeschlagen hatten. Ihre Haltung war klar: Freunden hilft man, ohne etwas zu erwarten. Das stand im starken Kontrast zu der überteuerten Fahrt in Port Blair. Obwohl die beiden Orte nicht weit voneinander entfernt sind, fühlte es sich wie eine völlig andere Welt an.

Wir wurden hier auch überrascht indem wir beim Strand abgeholt und in ein Resort gefahren wurden. Dort hatten wir etwas zu trinken und etwas kleines zu Essen. Die Aussicht von diesem Resort war einzigartig!

Diese Aussicht konnten wir bei einem Getränk geniessen.

Diese Aussicht konnten wir bei einem Getränk geniessen.

Leben vor Anker: Tauchen, Tierwelt und Abgeschiedenheit

Die folgenden Tage verbrachten wir entspannt vor Anker in Chidiyatapu. Ein junger Bootshelfer aus einem lokalen Tauchzentrum wurde zu unserem Hauptfahrer und erleichterte den Transfer zwischen Boot und Land erheblich.

Das Gebiet ist sehr flach, und es gibt nur eine schmale Route hinaus aufs offene Meer. Alle Bootsführer nutzten denselben Weg und stimmten ihre Fahrten genau darauf ab. Während einer Fahrt sahen wir eine Schildkröte direkt neben uns schwimmen, offenbar ein häufiger Anblick in diesen Gewässern.

Unser Ankerplatz war ruhig und abgelegen, ohne andere Yachten in der Nähe. Später erfuhren wir, dass wir in der Nähe einer Route ankerten, die von Salzwasserkrokodilen genutzt wird, besonders in den frühen Morgenstunden bei den Mangroven. Obwohl ich jeden Morgen ins Wasser schaute, sah ich keines. Offenbar hatten wir eines nur um wenige Tage verpasst.

Herausforderungen ohne Beiboot

Eine ständige Schwierigkeit während unseres Ausflugs war, dass viele lokale Bootsführer nicht daran gewöhnt sind, längsseits an Yachten anzulegen. Beim Abholen und Absetzen kam es mehrfach zu Zusammenstössen. In einem Fall zerkratzte eine herausstehende Schraube unseren Rumpf. Solche Erfahrungen zeigen, wie wichtig ein guter Schutz für das Boot ist, besonders beim Ankern in abgelegenen Gebieten ohne Beiboot. Das ist etwas, woran wir künftig arbeiten müssen, um weitere Schäden zu vermeiden.

Entspannte Abende mit Freunden

Eines Abends kehrten wir mit ein paar Freunden auf unser Boot zurück und genossen den Sonnenuntergang. Wir verbrachten eine ruhige Zeit auf der Flybridge mit Snacks und Getränken. Das Beste daran war, dass wir die einzige Yacht waren und eine ungestörte Aussicht hatten. An Land hingegen ist es kurz vor Sonnenuntergang die geschäftigste Zeit, viele Menschen kommen, um den Sonnenuntergang zu sehen. Wahrscheinlich ist es dort weniger entspannt, da viele mit Fotos und Selfies beschäftigt sind, anstatt den Moment wirklich zu geniessen.

Solche Sonnenuntergänge sehen wir häufig. Auf dem Bild noch unser “Taxi-Boot”.

Solche Sonnenuntergänge sehen wir häufig. Auf dem Bild noch unser “Taxi-Boot”.

Fazit zur Bootstour nach Chidiyatapu

Trotz aller Rückschläge wurde diese Reise nach Chidiyatapu zu einem beeindruckenden Erlebnis. Von unerwarteten Herausforderungen bis hin zu echter lokaler Herzlichkeit zeigte sie uns, dass die unvorhersehbarsten Reisen oft die unvergesslichsten sind.


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2026-07-11 03:36:56