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Die Rolle deines inneren Königs im Leben

Habt ihr euch mal gefragt, was der Unterschied zwischen einem Jungen und einem Mann ist oder einem Mädchen und einer Frau? Ist es bloß die…

Alex Koch · 2021-02-12 12:51 · 0 claps · 3.8 min read
#könig #königreich #ordnung #mythology #tao
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Wiki topics: RAG · RAG & Retrieval

Die Rolle deines inneren Königs im Leben

Photo by William Krause on Unsplash

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Habt ihr euch mal gefragt, was der Unterschied zwischen einem Jungen und einem Mann ist oder einem Mädchen und einer Frau? Ist es bloß die Überschreitung eines gewissen Alters, z.B. 18 Jahre? Oder ist es der Moment wo man zu einem Elternteil wird, so dass ein Vater zu einem Mann und eine Mutter zu einer Frau wird?

Ganz allgemein ist die Transformation eines Jungen zu einem Mann die Männlichkeit und Transformation eines Mädchen zu einer Frau die Weiblichkeit. Das Wort Transformation ist dabei ganz wichtig. Es ist eine Umwandlung. Etwas oder jemand geht von einem Zustand in einen anderen über. Dabei muss etwas passieren, was diese Transformation bewirkt.

In früheren Zeiten und Kulturen und vor allem in nicht-industriellen Gesellschaften hat diese Aufgabe der Übergangsritus übernommen. Aus diversen Gründen ist dieser nach und nach aus den modernen, industriellen Gesellschaften verschwunden und wurde ersetzt durch bloße Zeremonie, welche nicht die Macht besitzt eine wahre, echte Transformation des Bewusstseins hervorzurufen.

Joseph Campbell, der Vater der Heldenreise hat uns ein Beispiel eines solchen Übergangsritus gegeben. In sehr einfachen Kulturen wurden die Jungs so erzogen, dass sie Angst vor den Masken hatten, die die Männer manchmal trugen. Die Masken waren ein Sinnbild für die Götter, für die Gesellschaft, für die Machtstruktur des Stammes. Wenn der Zeitpunkt gekommen ist den Jungen zu einem Mann zu machen, was meistens der Fall ist, wenn die Mutter größte Schwierigkeiten mit dem heranwachsenden Mann im Jungen hat, beginnt der Initiationsritus. Die Männer kommen mit ihren Masken und holen den Jungen. Der Junge glaubt, dass die Götter selbst gekommen sind, um ihn zu holen. Der Junge wird zunächst eingeschüchtert, und muss je nach Kultur einige Mutproben bestehen oder wird sogar geschlagen. Am Ende muss er sich jedoch der größten Herausforderung stellen: Er muss gegen einen Mann mit Maske kämpfen. Er glaubt natürlich, dass er gegen einen Gott kämpfen muss und dass er sterben wird, dass die Götter gekommen sind, um sein Leben zu nehmen. Der Mann zieht eine gute Show ab und liefert dem Jungen einen harten Kampf, aber natürlich lässt er den Jungen am Ende gewinnen. Er nimmt seine Maske ab und zieht sie dem Jungen übers Gesicht. Die Maske ist nicht nur da um besiegt zu werden, damit man sagen kann: “Ach, das ist doch bloß ein Mythos.” Die Maske repräsentiert die Macht, die die Gesellschaft formt und den Jungen formt und jetzt ist der Junge ein Repräsentant dieser Macht. Jetzt ist ER ein Mann, ein Gott. Das ist eine große Sache, eine große Geschichte. Das ist wahre Transformation und nicht nur eine leblose Zeremonie. Der Junge dachte er ist tot und auf einmal — BÄM — ist er durchgebrochen. Er hat ein neues, erweitertes Leben. Das was gestorben ist, ist das kindliche Ego.

So ziemlich bis zu einem Alter von 12–14 Jahren sind wir völlig abhängig von unseren Eltern und der Gesellschaft. Es wird eine Psychologie der Abhängigkeit entwickelt, der Unterwerfung, dem Fragen nach Zustimmung, der Erwartung von Tadel und Strafe. Aber wie brechen wir aus dieser psychologischen Knechtschaft aus, hinein in selbstverantwortliche Autorität, Mut für das was unsere Gedanken sind und unser Leben? Das ist das Problem, das kindliche Ego zu töten, welches in der Abhängigkeit verwurzelt ist und daraus in eine reife Autorität zu wachsen. Der Übergangsritus hat die Macht dieses Problem zu lösen und die Transformation hervorzurufen.

Die ultimative Transformation, das Zentrum eines jeden archetypischen Systems ist die Rolle des Königs. Der König ist ein grundlegender und ursprünglicher Archetyp, der in jedem Mann vorhanden ist — und das gleiche gilt für die Königin in der Frau. Die zwei definierenden Aufgaben des König-Archetypus sind das Herstellen von Ordnung und das Bereitstellen von Fruchtbarkeit und Segen. Ich werde mich hier nur auf die erste Eigenschaft beziehen — die Ordnung. Das Konzept der “richtigen Ordnung”, findet in vielen Kulturen und Religionen seinen Ausdruck. Im Christentum durch die Darstellung Jesu Wort als ordnende, generative, schöpferische Macht, was die Griechen als Logos bezeichnen — die menschliche oder göttliche Vernunft. Im Hinduismus wird es durch das “Dharma” repräsentiert, die große kosmische Ordnung. Und in China als das “Tao”, der “Weg”. Es ist nicht nur die Aufgabe und Pflicht des Königs die Gesetze des Universums zu empfangen, sie seinen Leuten zu bringen und sie in eine gesellschaftliche Form zu gießen. Vielmehr ist es seine Pflicht diese Gesetze in seiner eigenen Person zu verkörpern, anzuwenden und nach ihnen zu leben. Des Königs erste Verantwortung ist nach dem Dharma, dem Tao zu leben. In der Mythologie der Archetypen heißt es, wenn der König sich nicht an die universellen Gesetze hält, wenn er nicht im Einklang mit der “richtigen Ordnung” lebt, wenn er nicht “im Tao” lebt, dann wird in seinem Königreich nichts halten. Für seine Leute wird nichts gut gehen, das Zentrum, welches der König repräsentiert wird nicht halten und der König wird zusammen mit dem Königreich zerfallen.

Das Königreich sollte man im übertragenen Sinne betrachten, so wie die Rolle des Königs selbst und alles in Bezug auf die Mythologie der Archetypen. Das Königreich ist im Allgemeinen unser Leben und im Speziellen kann es unser Familienleben, unser Arbeitsleben oder auch unter Umständen unsere verschiedenen Leben in verschiedenen sozialen Kreisen sein. Wenn wir nicht zum wahren, reifen König oder Königin in unserem Königreich werden, dann werden wir niemals Macht über unser eigenes Leben besitzen. Wir werden niemals die kosmische Ordnung — das Dharma — oder den “richtigen Weg” — das Tao — in unser Leben bringen. Unser Leben wird nicht erblühen.

Wie wir jedoch die kosmische Ordnung leben können, wir wir das Tao leben können, ist eine völlig andere Geschichte und darüber können wir uns gerne ein anderes mal Gedanken machen.


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