Die Deutsche Kultur und Ich — Eine Liebe mit Schattenseiten
Normalerweise schreibe ich meine Texte auf Englisch. Ich kann nicht genau erklären warum das so ist. Es fühlt sich für mich einfach…
Die Deutsche Kultur und Ich — Eine Liebe mit Schattenseiten
Photo by Pierre Gui on Unsplash
Normalerweise schreibe ich meine Texte auf Englisch. Ich kann nicht genau erklären warum das so ist. Es fühlt sich für mich einfach natürlicher an über persönliche Dinge in der englischen Sprache zu schreiben. Ich glaube es liegt daran, dass ich nie gelernt habe auf Deutsch authentisch über mein Innenleben zu sprechen.
Emotional berührt haben mich nämlich vor allem Filme, Bücher oder Musik aus dem englischsprachigen Raum. Meine ersten Singles waren zwar von den Ärzten und den Toten Hosen. Trotzdem hatte ich zu Deutscher Musik ein eher distanziertes Verhältnis. Es berührte mich einfach nicht so stark.
Nun bin ich aber in Deutschland aufgewachsen und muss zunächst einmal sagen: Ich liebe dieses Land. Ich bin sehr dankbar für das, was mir hier ermöglicht wurde und ich habe die besten Erinnerungen meines Lebens in Deutschland gemacht.
Sei es meine Kindheit, die sehr geborgen und liebevoll war. Meine Schulzeit und meine Jugend, die geprägt waren von aufregenden Erfahrungen und die meinen Horizont erweitert haben. Oder mein Studium: Eine Zeit voller Freiheiten, neuen Entdeckungen und Entfaltungsmöglichkeiten.
Zudem sollte man wissen: Ich habe in den ersten zwanzig Jahren meines Lebens auf vielen Hochzeiten getanzt. Ich war im Sportverein, im Musikverein und bei den Grünen. Ich hatte Freunde im bürgerlichen und im eher linken Milieu. Ich war Messdiener und Mitglied im Counter-Strike Clan. Und irgendwie kam ich mit allen gut klar.
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Doch die Liebesbeziehung zu diesem schönen Land hat auch Schattenseiten. Und inzwischen sind diese für mich so nervig, dass ich immer mal wieder mit dem Gedanken spiele, diesem Land, welchem ich so viele schöne Momente zu verdanken habe, den Rücken zu kehren.
Was genau stört mich an Deutschland? Das ist gar nicht so leicht zu sagen. Wenn ich es runterbrechen müsste würde ich es wie folgt formulieren. Was mich an Deutschland stört ist seine Bräsigkeit, seine Engstirnigkeit und seine Selbstzufriedenheit.
Klar, irgendwie läuft ja alles. Wir haben genug zu Essen, sind krankenversichert und die meisten Leute haben ein Dach über dem Kopf. Aber man hat das Gefühl, dass die Dinge auch nur so gut laufen, wie es gerade sein muss. Oder eben auch gar nicht.
Beispiele gefällig? Die üblichen Verdächtigen sind: Deutsche Bahn, Bürgerämter, BER. Meines Erachtens aber auch: Die Poltitik, der Leistungssport, die Medien- und Kulturlandschaft. Irgendwie alles Mittelmaß.
Selbstinitiative oder Ausreißer werden eher argwöhnisch begutachtet. Einem “Hallo, wie gehts?” wird nicht selten mit misstrauischen Blicken geantwortet. Gelegentlich möchte man diesem schönen Fleck Erde einfach mal einen freundlichen Tritt in den Hintern verpassen.
Bitte nehmt meine Tirade nicht persönlich. Ich wünsche mir doch nur etwas mehr Enthusiasmus, mehr Leidenschaft und mehr Freundlichkeit. Weniger vom Immer Gleichen, mehr Neues. Das Leben ist doch sowieso schon so kurz.
메타데이터
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