Das Projektteam MAT-CH 2.0 verabschiedet sich — der Blog bleibt
Als wir vor fast drei Jahren den Förderantrag für das geplante Vorhaben zur Entwicklung dünnbeschichteter Indikatorplättchen stellten…
Das Projektteam MAT-CH 2.0 verabschiedet sich — der Blog bleibt
Als wir vor fast drei Jahren den Förderantrag für das geplante Vorhaben zur Entwicklung dünnbeschichteter Indikatorplättchen stellten, ahnten wir kaum, dass dieses Projekt komplett neuartige Probleme bewältigen und einige (Um-)Wege beschreiten würde. Aber von vorn.

Letzte Probereihe vor Projektabschluss
Die Freude war groß, als im Frühjahr 2020 die Zusage des BMWi zur Förderung unserer Forschungen durch das WIPANO Programm, eintraf. Das Projekt MAT-CH 2.0 wurde für 18 Monate bewilligt und sah die Beschäftigung von zwei MitarbeiterInnen ab Juli 2020 vor, die sich ganz der Forschung im Labor sowie dem Projektmarketing widmen würden. Zu diesem Zeitpunkt fand die Coronapandemie einen ersten Peak und mangels Digitalisierung musste in Deutschland erstmals erlernt werden, komplexe Verwaltungsapparate aus dem Homeoffice zu steuern 😊.
Entsprechend holprig fiel der Projektstart aus. Erst im Herbst 2020 konnte die Labormitarbeiterin Nivin Alktash an die TU Berlin zurückkehren und mit der Entwicklung der Indikatoren beginnen. Diese umfasste zahlreiche Beschichtungsserien und zielte darauf, geeignete Schichtstärken und -dichten sowie die Homogenität und Haftung der Metalle auf den Glasträgern zu untersuchen. Die Interpretation der Ergebnisse erfolgte mittels instrumenteller Analytik und wurde durch den Kooperationspartner an der TU Berlin, Prof. Dr. Bernd Szyszka, gestützt. Neben allgegenwärtigen Lieferengpässen für Material und Equipment, kämpften wir bzw. die Anlagen zwischenzeitlich sehr mit der diffizilen Beschichtung der Bleiplättchen. Zur Hilfe kam das Team des OUT e.V., die über entsprechend aufgerüstete Technik verfügen.
Im Winter lagen erste, geeignete Prototypen der Indikatoren vor, die anschließend auf Korrosivität und Funktionalität untersucht wurden. Das hierzu notwendige Versuchskonzept hatte Maja Sürder in ihrer Qualifizierungsarbeit erarbeitet. Die Prüfung der Indikatoren im vergleichenden Versuchsaufbau zwischen MAT-CH und Oddy Setting lief über den gesamten Frühling und Sommer 2021. Auch diese Ergebnisse wurden durch zahlreiche Analysen begleitet — großer Dank an Ruslan Muydinov, der uns geduldig und trotz widriger (Corona-)Umstände unterstützte!
Vorerst ist die Entwicklung der reproduzierbaren Indikatoren abgeschlossen. Die Ergebnisse zeigen, dass diese grundsätzlich geeignet sind, flüchtige Verbindungen aus unterschiedlichsten Werkstoffen aufzuzeigen. In ihren Reaktionen ähneln sie den gängigen Metallcoupons des Oddy-Tests, allerdings sind die dünnen Schichten je nach Art und Stärke unterschiedlich reaktiv. Daher bedürfen sie weiterer Optimierungen.

Eingangsseite des MAT-CH Blogs
Die Arbeiten und Fortschritte des Projekts wurden durch das Projektmarketing dokumentiert und auf diversen Ebenen an die Öffentlichkeit vermittelt. Zunächst durch Aenne Chalhoub, ab Juni 2021 durch Sabrina Schaffarczyk, wurden Interviews und Pressemeldungen organisiert, die Teilnahme an Konferenzen und Messen koordiniert und das Marketingkonzept für den zukünftigen Schadstofftest MAT-CH eruiert. Letztlich dankend zu erwähnen sind die studentischen Hilfskräfte im Projekt, Anna Brunnhuber und Fangfang Huo, die mit dem Datenmanagement unterstützt haben.
Nahezu die gesamte Projektlaufzeit fiel in die Coronapandemie, so dass viele Prozesse digitalisiert wurden. Hierzu zählen Arbeitstreffen ebenso wie die Marktakquise oder die Teilnahme an internationalen Tagungen. Auch war das Team komplett vereinzelt, inklusive der Laborarbeiten, d.h. Forschungsprozesse mussten im Nachgang rekapituliert werden. Immerhin bot diese außergewöhnliche Situation die Chance, die Projektkommunikation neu zu denken. Statt auf finale Vorträge und Publikationen zu fokussieren, stellte sich MAT-CH 2.0 breiter auf und berichtete mit dem MAT-CH Blogs quasi ‚live‘ aus dem Labor. Was für alle Beteiligten zunächst Neuland und teils sehr aufwändig war, erwies sich im Rückblick insofern lohnend, da das beständige Schreiben die (gedankliche) Ordnung erhöht.
Heute wird sich das Team MAT-CH vorerst verabschieden. Der MAT-CH Blog wird jedoch weiterhin aktiviert bleiben und in unregelmäßigen Abständen zur Präventiven Konservierung, Schadstoffkontrolle und Bestandspflege berichten.
Wir bedanken uns für das Interesse in den letzten 18 Monaten!
Bis bald, Alexandra Jeberien
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