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Was hilft, wenn nichts mehr hilft

Dieser Beitrag ist mein Reminder an mich selbst, was mir in Phasen in denen Trauer und Ratlosigkeit besonders groß sind hilft. Viel ist es…

Bianca trauert · 2024-04-07 16:32 · 7 claps · 1.9 min read
#trauer #trauerbewältigung #suizid
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Was hilft, wenn nichts mehr hilft

Dieser Beitrag ist mein Reminder an mich selbst, was mir in Phasen in denen Trauer und Ratlosigkeit besonders groß sind hilft. Viel ist es noch nicht. Aber ich werde sie nach und nach ergänzen. Ich hoffe, sie hilft auch DIR durch schwierige Zeiten nach deinem Verlust.

  1. Schwimmen. Ich bin keine gute Schwimmerin. Besonders, wenn ich kraule, schnappe ich noch nach Luft und bin nicht sicher, ob ich am anderen Ende des Beckens ankomme. Aber genau diese existenzielle Erfahrung, dieses Spüren meines Körpers brauche ich gerade. Wenn es gute Momente gibt, stellt sich auch ein kurzes Gefühl des Gleitens im Flow ein. Und das Wasser, das an mir vorbeistreichelt und meinen Kopf kühlt tut sein übriges. Zudem habe ich das Gefühl, dass die Anstrengung mich aus meiner Schreckstarre löst — besser als sanftes Yoga, was sonst immer meine erste Wahl ist. Deshalb habe ich das Schwimmen gerade an allererste Stelle auf meiner Prioritätenliste gesetzt. Zweimal die Woche bin ich im Wasser.
  2. Rutschen. Die Wasserrutsche verbinde ich sofort mit dem Schwimmen. Ich kann einen Moment loslassen — weil ich eh nichts machen kann. Und ich darf schreien, wenn mein Körper in die Tiefe saust. Wo sonst ist das erwachsenen Menschen schon erlaubt?
  3. Schreiben. Ich habe so viele Gefühle in mir — Trauer, Sehnsucht, Wut, Erleichterung, Sorge, Scham … das gesamte Spektrum. Eine Therapeutin meinte zu mir: Nach einem Suizid in der Familie fühlt sich so vieles so widersprüchlich an wie süß-saure Sauce. Ich würde sogar sagen, eher wie ein ayurvedisches Gericht, das versucht alle Geschmacksrichtungen gleichzeitig abzudecken. Ich bin jeden Tag so müde, weil ich das Gefühl habe, dass ich alles neu denken und lernen muss und vor allem sortieren. Wenn ich das nur in meinem Kopf mache, werde ich verrückt. Aufschreiben sortiert und bring Erleichterung.
  4. Hilfe annehmen. Das fällt mir gerade leichter als sonst. Einfach mal JA sagen zu den Angeboten vorbeizukommen, mich in den Arm zu nehmen oder etwas für mich zu übernehmen. Und ich merke, dass das nicht nur mir guttut sondern auch meinem Gegenüber — weil sich jeder hilflos fühlt und froh ist, wenn sie/er IRGENDWAS tun kann.
  5. Mit anderen Betroffenen sprechen. Noch habe ich keinen Platz in der lokalen Selbsthilfegruppe für Angehörige nach Suizid. Aber dank dieses Blogs haben mich schon mehrere Menschen angeschrieben und erzählt, dass sich auch bei ihnen ein Elternteil das Leben genommen hat. Die Gewissheit, dass man nicht die einzige Person auf der Welt ist, die so etwas fühlt — und zu sehen, dass es auch andere überstanden haben, hilft enorm. DANKE.
  6. Arbeitsroutinen. Nach etwa einem Monat habe ich wieder angefangen zu arbeiten — und obwohl ich noch nicht so belastbar bin wie früher, merke ich, dass ich den Boden unter meinen Füßen besser spüren kann, wenn ich etwas tue, womit ich mich sicher fühle. Es gibt mir Sicherheit, wenn ich als kompetent und hilfreich wahrgenommen werde.

Was hat dir geholfen? Magst du die Liste mit deinen Dingen ergänzen? Ich werde weiter testen…


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