Kommunikation ist unwahrscheinlich.
Dieser Satz entstammt von Niklas Luhmann und beschreibt das Dilemma der Kommunikation in unseren Alltag ziemlich exakt. Wir können nicht…
Kommunikation ist unwahrscheinlich.
Dieser Satz entstammt von Niklas Luhmann und beschreibt das Dilemma der Kommunikation in unseren Alltag ziemlich exakt. Wir können nicht nicht komminizieren, denn nur über die Kommunikation können wir in Beziehungen gehen und uns austauschen. Wir erleben Kommunikation jeden Tag, praktizieren sie und würden ohne sie nicht leben, aber das ist kein Widerspruch.
Gerade auf Clubhouse habe ich es in diversen Räumen erlebt, dass Menschen vermeintlich dasselbe sagen und etwas völlig anderes meinen. In unseren Köpfen entstehen zu Wörter und Sätze, die wir hören Bilder. Diese Bilder sind geprägt durch unsere Kultur und unsere Umgebung, unseren Erfahrungen und Werten. Selbst wenn wir die gleiche Sprache sprechen, kann es passieren, dass wir aneinander vorbeireden.
Ich kann es mit einem Beispiel verdeutlichen. “Ein Mann überquert die Straße.” wenn ich diesen Satz sagen, dann denkt jeder an einen bestimmten Typus Mann, die er in seiner Umgebung und aus seiner Erfahrung kennt. hat er Haare? Wenn ja, welche Haar- oder Hautfarbe hat er, welche Augenfarbe hat er, wie ist er angezogen, ist er eher groß oder klein? Ist er eher schmal oder vollschlank? Sportlich oder eher weniger sportlich? Wie sieht diese Straße die er überquert aus, eher viel befahren oder ruhig gelegen? Mitten in der Stadt oder am Stadtrand? in der Großstadt, in der Kleinsatdt Oder vielleicht sogar in einem Dorf? Ist er allein? Ist er eher modern oder klassisch gekleidet? Ist er zu Fuß oder mit dem Fahrrad unterwegs?
Es wird mit diesem kleinen Beispiel sichtbar, warum Kommunikation laut Niklas Luhmann unwahrscheinlich ist. Aber müssen wir das jetzt einfach so hinnehmen und akzeptieren, dass wir einfach bei jedem Austausch Missverständnisse haben werden und sind der “Kommunikationsfallen” im Alltag dem einfach ausgeliefert?

Es gibt eine wunderbare Geschichte, die diese Phänomen nochmehr verdeutlicht.
Die Blinden und der Elefant
“Es waren einmal fünf weise Gelehrte. Sie alle waren blind. Diese Gelehrten wurden von ihrem König auf eine Reise geschickt und sollten herausfinden, was ein Elefant ist. Und so machten sich die Blinden auf die Reise nach Indien. Dort wurden sie von Helfern zu einem Elefanten geführt. Die fünf Gelehrten standen nun um das Tier herum und versuchten, sich durch Ertasten ein Bild von dem Elefanten zu machen.
Als sie zurückkamen, sollten sie ihm nun über den Elefanten berichten. Der erste hatte den Rüssel betastet. Er sprach: “Ein Elefant ist wie ein langer Arm.” Der zweite Gelehrte hatte das Ohr des Elefanten ertastet und sprach: “Nein, ein Elefant ist vielmehr wie ein großer Fächer.” Der dritte Gelehrte sprach: “Aber nein, ein Elefant ist wie eine dicke Säule.” Er hatte ein Bein des Elefanten berührt. Der vierte Weise sagte: “Also ich finde, ein Elefant ist wie eine kleine Strippe mit ein paar Haaren am Ende”, denn er hatte nur den Schwanz des Elefanten ertastet. Und der fünfte Weise berichtete seinem König: “ Also ich sage, ein Elefant ist wie eine riesige Masse, mit Rundungen und ein paar Borsten darauf.” Dieser Gelehrte hatte den Rumpf des Tieres berührt.
Nach diesen widersprüchlichen Äußerungen fürchteten die Gelehrten den Zorn des Königs, denn es gab keine Einigunhg, was ein Elefant wirklich ist. Der König lächelte weise: “Ich danke Euch, denn ich weiß nun, was ein Elefant ist: Ein Elefant ist ein Tier mit einem Rüssel, der wie ein langer Arm ist, mit Ohren, die wie Fächer sind, mit Beinen, die wie starke Säulen sind, mit einem Schwanz, der einer kleinen Strippe mit ein paar Haaren daran gleicht und mit einem Rumpf, der wie eine große Masse mit Rundungen und ein paar Borsten ist.
Die Gelehrten senkten beschämt ihren Kopf, nachdem sie erkannten, dass jeder von ihnen nur einen Teil des Elefanten ertastet hatte und sie sich zu schnell damit zufrieden gegeben hatten.”
Wir Alle haben unsere blinde Flecken und sollten uns und unsere Wertungen hinterfragen
Im diesem Gleichnis, der aus dem Asien entstammt und sowohl dem Buddhismus, als auch Sufismus und Hinduismus zugeordnet wird, steht die Blindheit für unsere blinden Flecken und der Elefant für die Wahrheit. Die Realität kann je nach Perspektive anders und sehr individuell sein. Es gibt also nur unsere persönliche Wahrheit.
Heißt das jetzt, dass es keine Lösung gibt, wie wir unseren gegenüber besser verstehen? Müssen wir Missverständnisse und Kommunikationsfallen hinnehmen?
Keineswegs, denn jeder von uns kann sich selbst in die Pflich nehmen, aktiv zuzuhören und im Zweifel lieber zuviel nachzufragen, um zu verstehen und zu begreifen, was unser gegenüber darunter versteht. Selbst gleiche Worte können unterschiedliche Gefühle und Assoziationen auslösen.
Auch das geschah gestern im Talk auf Clubhouse, da wurde der Begriff Talent von den Zuhörer:innen auseinandergenommen und immer wieder mit neuen Worten und Bedeutungen assoziiert.
Vielleicht ist es gut bevor wir Annahmen treffen erstmal nachzufragen wie unser gegenüber Worte für sich deutet udn in welchen Kontexten er oder sie diese benutzt bzw. was er oder sie damit verbindet. So können wir auch Vorurteile abbauen und unseren Mitmenschen offen und neugierig gegenübertreten und unsere Bias und Vorurteile hinterfragen.
메타데이터
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