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„Manifest“ – Genau richtig oder zu übertrieben?

Eine Kritik von linus bloggs

linus bloggs · 2026-06-08 15:50 · 0 claps · 3.7 min read
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„Manifest“ – Genau richtig oder zu übertrieben?

Eine Kritik von linus bloggs

Die Mistery-Serie Manifest beeindruckt bis heute Massen an Menschen. Sie wurde 2018 erstmals auf dem US-amerikanischen Sender „NBC“ ausgestrahlt und erstreckt sich über vier Staffeln mit insgesamt 62 Folgen. Verschiedenste Regisseure arbeiteten am Set, während nur einer, nämlich Jeff Rake, die Idee zur Story hatte. In den Hauptrollen sehen wir die durch einige andere us-amerikanische Serien bekannten Melissa Roxbourgh, Josh Dallas, J.R. Ramirez, Matt Long und viele mehr.

Inhalt:

Die Story ist ziemlich mysteriös und abgehoben. Als Michaela Stone (Melissa Roxbourgh), Ben Stone (Josh Dallas), Cal Stone (Jack Messina, Ty Doran) und die restlichen Passagiere an Bord des Flugs Montego Airways 828 gehen, wissen sie nicht, was sie erwartet. Denn als sie landen, sind fünf Jahre vergangen. Dieses Geschehniss entwickelt sich zu einer sehr mysteriösen, post-apokalyptischen Story, in der sich die Charaktere dem drohenden Weltuntergang, einer Verschwörung des Göttlichen zu Grunde liegend, stellen müssen und immer wieder vor Prüfungen gestellt werden.

Schauspiel:

Im Gegensatz zu vielen anderen Mistery-Serien, die sich oft sehr auf die Story konzentrieren und die Entwicklung und Gestaltung der Charakter außen vor lassen, sticht besonders dieser Aspekt positiv heraus. Alle Charaktere besitzen eine ausführliche, logische Hintergrundgeschichte und wirken greifbar und authentisch. Die Schauspieler:innen schaffen es jedoch leider zum großen Teil nicht, dieser tollen Gestaltung der Rollen gerecht zu werden. Hier und da gibt es einzelne Spitzenleistung, besonders von Luna Blaise die Olive Stone, Tochter eines Passagiers, verkörpert, was überrascht, jedoch liegt das Schauspiel im Großen und Ganzen eher auf dem Durchschnitt. Man muss aber auch anerkennen, dass all das auch der verzwickten, teils überdramatisierten Story verschuldet ist.

Inszenierung & Stil:

Über die gesamte Serie fehlen mir helle Farben. Man hat auch das Gefühl, dass in der Nachbearbeitung die Helligkeit und Farbigkeit des Bilds stark heruntergeregelt wurde. Diesen Makel machen ein gutes Szenenbild und Set jedoch wett. Auch wenn alle Flughafen-Szenen am selben Flughafen gedreht wurden, merkt am jenes nahezu gar nicht, besonders durch die sehr gut gelungene Umgestaltung und CGI-Arbeit. Auch die in Gebäuden wie Polizeistelle, NSA-Gebäude, Wohnhäusern und Weiterem spielenden Szenen wirken authentisch und gut dargestellt. Man merkt zwar, dass es sich nicht um die aufwendigsten Sets handelt, es genügt aber vollkommen. Wie bei meiner zuletzt kritisierten Serie, „Designated Survivor“, nerven auch hier die abrupten Cliffhanger, zuhauf auch während der Folgen. Jenes stört das Storytelling und ist nur ein Mittel zum Zweck, sonst fehlende Spannung zu kreieren. Nun folgt ein Punkt, der auch mir etwas im Herzen wehtut. Ja, die Geschichte ist gut geschrieben und es macht Spaß sie auf dem Bildschirm mitzuerleben, das muss man anerkennen. Jedoch bringt das alles nichts, wenn die Story und all ihre Geschehnisse, Abzweigungen und das weitere sogar innerhalb der fiktionalen Welt übertrieben wirkt. Die Serie stellt sich damit selbst ein Bein. Es ist zwar eine Mistery-Serie, da ist Übertreibung und unrealistisches Geschehen auch erwünscht, und trotzdem hat man während den vier Staffeln immer wieder das Gefühl: „Das ist doch zu viel! Das passt nicht!“. Ich meine, wenn jemand einfach so mal den Krebs eines Freundes absorbiert, plötzlich ein Stück der Arche Noah gefunden wird oder die Passagiere für mehrere Monate in einem Straflager eingesperrt werden, ist das einfach mindestens ein Stück zu viel. Dieser Makel kostet die Serie sehr viel, denn an sich hat sie ein sehr gutes Konzept.

Stärken & Schwächen:

„Manifest“ überzeugt über alle vier Staffeln. Besonders Staffel vier und drei sind Highlights und auch unter den Fans sehr beliebt. Sie zeichnen sich besonders durch besseres Schauspiel im Vergleich zu den vorhergegangenen Staffeln, sehr gute CGI- sowie praktische Effekte und eine gute Storyline aus. Der Spannungsbogen ist immer gut gehalten und hat nur einen leichten Wackler gegen Ende der dritten und zu Beginn der vierten Staffel. Eine große Stärke der Serie liegt in den privaten Szenen der Charaktere. Auch wenn die spannenden, packenden und handlungsvorantreibenden Szenen überwiegen, schaffen es die Storywrighter und Regisseure das Privatleben der Charaktere aufleben zu lassen. Immer wieder kommen intensive Szenen vor, in der man die Nähe und den Zusammenhalt der Familien und Freunde in dieser schweren Zeit spürt. Auch die Schauspieler:innen schaffen es, die Emotionen authentisch und spürbar zu verkörpern, kommen jedoch nie auf ein wirklich hohes Level. Wie bereits im Abschnitt „Inszenierung & Stil“ erwähnt, ist eine Schwäche, die zu übertriebene Story und zu abgehobenen Fähigkeiten der Rollen, den Flug und die Geschehnisse währenddessen zu Grunde liegend. Mehr dazu lesen sie oben. Außerdem enttäuschen etwas die ersten Folgen, bei der man merkt, dass „NBC“ noch nicht sehr viel Engagement an den Tag gelegt hatten. Es fehlt an Erklärung, alles passiert dort etwas plötzlich und auch der Schnitt wurde nicht sehr praktisch gewählt. Noch ein Makel, hier aber der gesamten ersten Staffel, geht aus dem Schauspiel hervor. Die vollständige erste Staffel sticht durch extrem schlechtes, zweit- oder sogar drittklassiges Schauspiel heraus. Emotionen wirken aufgesetzt, die Konversationen zu auswendig gelernt und einfach so heruntergerasselt. Man hat, im kompletten Gegensatz zum Rest der Serie, das Gefühl man schaue eine billig produzierte Sitcom oder Mocumentary.

Fazit:

Zusammenfassend kann man folgendes sagen. „Manifest“ ist eine durchschnittliche, bis gute Mistery-Serie, die zu Beginn noch nicht ganz ausgereift ist. Sie überzeugt besonders in der vierten Staffel, die übrigens von Netflix übernommen wurde, durch gutes Schauspiel und eine sehr gute Story. Die Dramatik und die teils überzogene Story laufen der Serie etwas ihren Rang ab, was schade ist, denn der Serie liegt eigentlich ein sehr gutes Konzept zu Grunde. Die Serie würde ich all denen empfehlen, die Fans von übertriebenen Storys mit einem übersinnlichen Touch sind und nichts gegen viele Handlungsstränge haben. Abraten würde ich dann eher, wenn man kein Fan von familiären Dramen, nicht greifbaren Geschehnissen und viel „Heartbreak“-Momenten ist.

Bewertung:

Story: 6,5 / 10

Schauspiel: 5,5 / 10

Inszenierung & Stil: 7,5 / 10

All-in-All: 6,5 / 10


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2026-06-09 15:37:30