Was tun, wenn WordPress einen kritischen Fehler meldet, sich aber sonst nichts tut?
Es kann jeden mal treffen und da sollte man natürlich eine Idee haben, was los ist. Wenn das selbst gehostete WordPress den Dienst…
Was tun, wenn WordPress einen kritischen Fehler meldet, sich aber sonst nichts tut?
Es kann jeden mal treffen und da sollte man natürlich eine Idee haben, was los ist. Wenn das selbst gehostete WordPress den Dienst verweigert und einen “kritischen Fehler” ausgibt, ist echt etwas dumm gelaufen. Eine Hilfe zur Fehlersuche.

Symbolbild mit ChatGPT erstellt
Du hast eventuell ein neues Plug-in installiert, das Theme deiner WordPress-Instanz aktualisiert oder einfach nur ein Upgrade deiner PHP-Version durchgeführt und boom: WordPress verweigert den Dienst und spuckt nur die Nachricht raus “Auf dieser Seite ist ein kritischer Fehler aufgetreten.” Manchmal passiert das sogar ohne dein Zutun. Und du denkst dir einfach nur: What? Was ist jetzt los?
In den allermeisten Fällen, die ich gehabt habe, passiert so etwas tatsächlich in Zusammenhang mit Plug-ins und Themes. Aber heute hatte ich auch einen Fall, in dem das Upgrade der PHP-Version den Fehler verursacht hat. Es war nicht maßgeblich daran schuld, aber veralteter Code kann dann halt in neueren PHP-Versionen auch zu solchen Problemen führen.
Wie geht man solche Probleme in WordPress am besten an?
Zuallererst: Wenn ihr gar keine Ahnung habt, holt euch bitte Hilfe. Die Anleitung hier dient euch zur Orientierung. Es gibt keine Garantie und ich übernehme auch keine Haftung, falls was schiefgeht. Wer mutig ist, macht kein Backup seiner Datenbank und seiner Website. Wer schlau ist, greift natürlich immer auf ein Backup zurück. Es ist echt schlimm, dass man das in dieser Zeit überhaupt noch mal vor allem anderen ansprechen muss. Ihr haftet für eure Taten selbst. Also kommt ja nicht auf die Idee, mir irgendwas vorzuwerfen. ;)
Übrigens: Der Hinweis von WordPress auf einen “kritischen Fehler” bedeutet im Grunde, dass es einen PHP-Fehler gibt.
WordPress-Plug-ins überprüfen
Kommen wir nun zum Vorgang selbst. Ich gehe meistens davon aus, dass es an einem veralteten WordPress-Plug-in liegt, wenn so etwas passiert. Die einfachste Methode, um solche Probleme zu lösen, liegt dann in der Umbenennung des Ordners für Plug-ins im Verzeichnis von WordPress.
In aller Regel ist das der Ordner
/wp-content/plugins/
Diesen Hauptordner benennen wir einmal um in etwas Einschlägiges, z. B.
/wp-content/plugins-deaktiviert/
Dann gehen wir wieder auf unsere Hauptseite und schauen, ob wir uns einloggen können. Falls das funktioniert, haben wir bereits das Problem lokalisiert. Im WordPress-Backend kann man jetzt in den Bereich für Plug-ins wechseln. Was hier passiert, ist spannend, denn alle Plug-ins sind nicht in ihrem richtigen Ordner, also werden diese auch nicht angezeigt. Dafür gibt es aber eine Fehlermeldung für alle Plug-ins, dass diese deaktiviert wurden.
Und diesen Mechanismus machen wir uns zunutze. Wenn wir jetzt nämlich den von uns umbenannten Ordner wieder in
/wp-content/plugins/
umbenennen und im Backend die Plug-in-Seite neu laden sehen wir, dass alle Plug-ins wieder da sind und sie gleichzeitig alle den Status deaktiviert haben.
Jetzt kann man Schritt für Schritt die Plug-ins aktivieren und prüfen, welches Plug-in genau für den Fehler verantwortlich ist. Der Vorteil dieser Methode ist auch, dass sämtliche Einstellungen der Plug-ins erhalten geblieben sind und selbst Datenbankeinträge nicht verändert wurden.
Unter Umständen kann man jetzt das Plug-in, das den ganzen Ärger verursacht hat, eventuell aktualisieren. Falls das nicht möglich ist, bleibt nur der Biss in den sauren Apfel, es deaktiviert zu lassen und schnell nach Ersatz zu suchen (es sei denn, ihr seid mit Programmierkenntnissen gesegnet und könnt Reverse Engineering — was sucht ihr aber in diesem Fall auf diesem Blog?).
Und wenn nicht ein Plug-in für den Fehler verantwortlich ist, sondern ein Theme?
Das ist ein wenig heikler, aber auch lösbar. In den meisten Fällen liegt nämlich noch ein Standard-Template von WordPress im Ordner. Sollte das der Fall sein, kann man auch hier das Verzeichnis für das Theme umbenennen und per Fallback auf das Standard-Theme prüfen, ob es daran liegt. Sollte es daran liegen, holt euch Support vom Theme-Entwickler oder der Firma, die das Theme verbreitet.
In aller Regel kann es auch daran liegen, dass ihr ein Update nicht gemacht habt und damit das Theme ausgefallen ist. Auch dafür gibt es Upgrade-Anleitungen für Themes und ihr könnt so zumindest schnell für eine Lösung bei eurem Problem sorgen.
Was kann sonst noch für diesen Fehler sorgen?
WP-Config.php
Es gibt auch noch den Punkt einer Misskonfiguration in der wp-config.php. Das kommt sehr selten vor, aber es kann passieren. Auch hier sollte man sich genauer anschauen, ob etwas Merkwürdiges eingetragen ist. Gleichzeitig kann man auch prüfen, ob weitere Einträge drin sind, als die wichtigsten. Manche WordPress-Installationen auf Hostern erhalten bestimmte Einträge, die auch mal schieflaufen können. In aller Regel sollte das aber kaum auftauchen.
Speicherlimit
Es kann aber auch etwas ganz Banales passiert sein: Das Speicherlimit wurde erreicht. Das passiert tatsächlich häufiger, als man denkt. Das liegt ursächlich an ressourcenintensiven Plug-ins oder sehr stark eingeschränkten Ressourcen auf sog. Shared Hostern. Heutzutage sollte das zwar kein Problem mehr sein, aber man glaubt gar nicht, wie schnell so etwas passieren kann. Manchmal hat man auch entsprechende Einträge in der .htaccess vorgenommen. In solchen Fällen hilft es, die Zeilen über Max-Memory entsprechend anzupassen. Statt 256 M (RAM) auf dem Server kann man solche Angaben auch erhöhen.
Übrigens: Ich bin in der Vergangenheit bei selbst implementierten Lösungen wie Woocommerce oder auch Pagebuildern auf solch banale Probleme gestoßen. Anpassungen sind einfach, müssen aber halt entsprechend vorgenommen werden. Es ist aber etwas ganz anderes, wenn der Hoster dir so gut wie gar keine Ressourcen überlässt. Ich würde da einen Wechsel auf einen besseren Hoster empfehlen. Webspace ist heutzutage überhaupt nicht teuer.
Beschädigte Core-Dateien
Es kommt auch sehr selten vor, aber es kann passieren. Beschädigte oder gelöschte Core-Dateien von WordPress können auch zu einer solchen Fehlermeldung führen. In solchen Fällen ist es empfehlenswert, sich die aktuelle WordPress-Version auf den Webserver hochzuladen und alle Core-Dateien zu überschreiben. Zu solchen Fehlern kann es auch kommen, wenn per FTP oder SCP Dateien hochgeladen wurden, aber der Upload unvollständig war. Auch falsche Dateirechte können hier zu Problemen führen. Holt euch in solchen Fällen Hilfe, wenn ihr gar keine Ahnung habt.
Datenbank als Ursache
Manchmal kann auch das passieren. Der Hoster aktualisiert die Datenbankversion oder eine Tabelle weist einen Defekt auf. Was man auch erleben kann — wenn alles wirklich schiefläuft — sind inkompatible Plug-in-Schemata, die einfach aufgesetzt wurden. Datenbank-Updates werden von guten Hostern angekündigt. In solchen Fällen, weiß man, wo man ansetzen kann. Und auch Support vom Hoster ist in solchen Fällen meistens möglich.
Was kann ich sonst noch tun, um Fehler zu lokalisieren?
Wenn du ein versierter User wärst, wüsstest du das, aber okay, man lernt nun mal nicht alles von Grund auf. Am besten ist es, den Debug-Modus einzuschalten, wenn man das kann. Dafür kann man in der wp-config.php im Root-Verzeichnis deiner WordPress-Instanz folgenden Code hinzufügen und speichern:
define('WP_DEBUG', true);
define('WP_DEBUG_LOG', true);
define('WP_DEBUG_DISPLAY', true);
Danach sollten alle Fehlermeldungen komplett ausgegeben werden. Wichtig: Denk daran, das wieder zu deaktivieren, wenn du den Fehler gefunden hast. Auskommentieren reicht ;)
Außerdem gibt es auch Errorlogs auf den Servern selbst. Das hängt aber häufig von der Konfiguration ab. In aller Regel kannst du solche Einträge an einer dieser Stellen finden:
- error_log (Verzeichnis auf dem Server)
- Apache / Nginx Logs
- Hosting-Backend (manche Anbieter haben das sehr einfach eingebunden)
Zum Schluss
Ich empfehle, immer die Reihenfolge bei der Fehlersuche einzuhalten. Ab einer gewissen Stufe von Erfahrung kann man sich auch hinsetzen und selbst Lösungen basteln, aber wo man nicht weiterkommt, ist es nicht verkehrt, nach Hilfe zu fragen.
Wer kein Geld hat (und dafür habe ich Verständnis), kann sich auch an das ehrenamtliche Support-Team und die offiziellen Foren von WordPress wenden. Hier wird häufig kompetent beraten und lustigerweise gibt es häufig auch Lösungen für alle Probleme, die auftreten können.
Ich wünsche euch gutes Gelingen!
메타데이터
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