Klaus Wenda zum Gedenken
In Wien, wo leise Herbstwind weht, wo Logik still durch Gassen geht, da stand ein Meister seines Fachs, ein Hüter alten…
Klaus Wenda zum Gedenken
In Wien, wo leise Herbstwind weht, wo Logik still durch Gassen geht, da stand ein Meister seines Fachs, ein Hüter alten Problemschach‑Brauchs: Klaus Wenda, dessen stiller Geist noch über tausend Werke kreist.
Geboren, als der Sommer schwand, im Jahr ’41 — Septemberland –, ging er den Weg, den nur zwei gingen im Alpenreich, wo Türme klingen: Camillo Gamnitzer — und er. Zwei Großmeister. Kein dritter mehr. Ein Doppelstern im österreichischen Raum, ein selten hell erstrahlter Traum.
Er war ein Richter, streng und klar, ein Kenner, wie kaum einer war. Ob Märchenschach, ob Retrospiel, ob Helpmate mit verborgenem Ziel, ob Anticirce, Procas‑Klang — sein Urteil war ein Meistergang. Er sah, was selbst die Besten nicht, ein Funken nur — und schon ward Licht. So wurde er, durch Jahrzehnte lang, der Preisrichter mit Weltrang.
Er schrieb, er lehrte, baute Brücken zwischen alten Heften, neuen Stücken, zwischen „Schwalbe“, „feenschach“, stillen Jahren, und dem, was wir im Digitalen waren. Er rettete, was fast zerbrach, gab Zeitschriften erneut die Macht, zu atmen, weiter fortzubestehen, damit die Kunst nicht müsse gehen.
Als Präsident der PCCC war er ein Fels im Welt‑Parkett, ein Diplomat mit leisem Ton, ein Jurist mit Herz und Vision. Er führte, ohne laut zu sein, und brachte Ordnung, klar und rein.
Doch größer noch als Amt und Pflicht war seine Liebe zum Gedicht der 64 Felder Welt, wo Logik sich in Schönheit stellt. Ein „geborener Neudeutscher“ hieß er, ein Schüler Halumbireks — und mehr: Ein Mentor, Freund, ein sanfter Mann, der andre wachsen lassen kann.
Er starb, wie große Meister gehen: plötzlich, und ohne viel zu sehen vom eigenen Nachhall, der nun klingt in jedem Werk, das weiter singt. Am elften Tag des Aprilmonds verlosch sein Licht — doch nicht umsonst. Denn was er schuf, bleibt unversehrt, von Zeit zu Zeit hinübergekehrt.
So ruhe sanft, du großer Geist, der uns die Schönheit neu verleiht. Die Schachwelt hält in Ehren dich, dein Werk bleibt hell, unsterblich, schlicht. Und Österreich, so klein es scheint, hat einen Sohn, der Welten eint: Ein Großmeister, der Logik sang — ein Herz, das für das Denken klang.
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