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Kaukasische Harmonie

Drei Studierende aus dem Südkaukasus erkunden humanitäre Horizonte: Einblicke in die Arbeit der IFRC im Südkaukasus

DAAD-Lektorin Tbilissi (ISU+TSU) – Anika Freese · 2024-09-29 10:17 · 0 claps · 7.1 min read
#ifrc #summer-school #daad #transcultural #learning
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Kaukasische Harmonie

Erkundung humanitärer Horizonte: Einblicke in die Arbeit der IFRC im Südkaukasus

Umarmung des kulturellen Kaleidoskops: DAAD-Sommerschule in Tbilisi

Grüße aus Tbilissi! Hier treffen drei aufgeschlossene Köpfe zusammen: Davit Samvelyan aus Armenien, ein Sprachwissenschaftler, Matanat Isgandarova aus Aserbaidschan, eine Deutschlehrerin, und Tatiana Sitchinava aus Georgien, eine Sozialwissenschaftlerin. Wir sind hier im Rahmen der DAAD-Sommerschule für transkulturelles Lernen vereint. Unsere Erfahrungen hier haben unser Verständnis für die reiche kulturelle Vielfalt im Südkaukasus stark verändert. In der DAAD-Sommerschule in Tbilissi vereinen wir ein buntes Mosaik aus kulturellen, akademischen und nationalen Hintergründen. Unsere Vielfalt bereichert unsere Zusammenarbeit und bringt einzigartige Perspektiven und Erfahrungen in unsere Diskussionen ein.

Entdeckungsreise: Aktivitäten der DAAD-Sommerschule

Während unserer Zeit an der DAAD-Sommerschule in Tbilissi haben wir viele verschiedene Dinge gemacht. Zuerst haben wir Grundlagen über kulturellen Austausch und Verständnis gelernt. Dann haben wir diese Ideen in Teamprojekten ausprobiert. Aber es war nicht nur ernsthaftes Lernen! Wir hatten auch Spaß zusammen mit Kartentricks und anderen magischen Überraschungen, die uns zum Lachen und einander näher brachten. Das Beste war unser Abenteuer beim Rafting auf dem Aragvi-Fluss. Wir haben gemeinsam durch Stromschnellen navigiert, um uns als Team zu stärken und unvergessliche Erinnerungen zu schaffen. Durch diese Erlebnisse haben wir nicht nur unser Verständnis für verschiedene Kulturen vertieft, sondern auch tiefe Freundschaften zwischen uns aus Armenien, Aserbaidschan und Georgien geknüpft.

Interdisziplinäre Expedition: Interviews für den Wandel

Während unserer DAAD-Sommerschule in Tbilissi haben wir eine besondere Erfahrung gemacht: Wir haben in interdisziplinären Teams mit Leuten aus Armenien, Aserbaidschan und Georgien zusammen geforscht. Unser Dozent Tobias Grünfelder hat uns dabei geholfen. Gemeinsam sind wir losgezogen und haben Expert*innen aus verschiedenen Organisationen interviewt, die zur Zusammenarbeit im Südkaukasus beitragen. Ein besonderes Erlebnis während unserer DAAD-Sommerschule in Tbilisi war unser Treffen mit Ivar Schram, der Projektmanager der Internationalen Föderation der Rotkreuz- und Rothalbmondgesellschaften (IFRC) ist. Seine Gedanken und Erfahrungen im Bereich der humanitären Hilfe haben uns sehr beeindruckt und dazu motiviert, mehr darüber zu erfahren.

©privat — die Nutzung dieses Fotos ist ohne ausdrückliche Genehmigung nicht gestattet.

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Humanitäre Ziele und Aufgaben der IFRC: Krisen / Herausforderungen mit Mitgefühl meistern

Die IFRC ist eine weltweit tätige humanitäre Organisation. Sie arbeitet eng mit 191 nationalen Rotkreuz- und Rothalbmondgesellschaften zusammen, um humanitäre Hilfe zu leisten und Gemeinschaften bei der Bewältigung von Katastrophen und Notlagen zu unterstützen.

Unsere Unterhaltung mit Herrn Schram war äußerst aufschlussreich. Er betonte seine häufigen Besuche in Sumgait und Jerewan und die breite Beteiligung der IFRC im gesamten Südkaukasus. Die IFRC hat ein globales Sekretariat in Genf und regionale Büros weltweit, einschließlich des wichtigen Regionalbüros für den Südkaukasus, das Programme in Georgien, Armenien und Aserbaidschan koordiniert. Die Hauptaufgabe der IFRC liegt darin, menschliches Leid während Notlagen und Katastrophen zu lindern. In unserer Region spielt die IFRC eine Schlüsselrolle bei der Unterstützung lokaler Organisationen, damit diese ihre humanitären Aufgaben effektiv erfüllen können. Dies umfasst den Schutz von Gemeinschaften, die Verhinderung von Krisen und eine effektive Reaktion auf Katastrophen und Notfälle. Durch Zusammenarbeit und Unterstützung streben sie danach, die Fähigkeiten dieser Gesellschaften zu stärken, um betroffene Bevölkerungsgruppen besser zu versorgen.

Die Struktur und die Finanzierung des größten humanitären Netzwerks

Die Internationale Föderation der Rotkreuz- und Rothalbmond-Gesellschaften (IFRC) ist ein zentraler Bestandteil des weltweit größten humanitären Netzwerks, der Rotkreuz- und Rothalbmond-Bewegung. Dieses Netzwerk umfasst die IFRC, das Internationale Komitee vom Roten Kreuz (IKRK) sowie 191 nationale Gesellschaften weltweit. Mit Sitz in Genf arbeitet die IFRC über fünf regionale Büros, einschließlich eines Büros in Budapest für Europa. Sie richtet lokale Büros und Gruppen in verschiedenen Ländern ein, um die Koordination von Hilfeleistungen während Notlagen zu erleichtern. Die Struktur der IFRC ist darauf ausgelegt, ihre 191 nationalen Gesellschaften zu unterstützen und zu organisieren, damit sie weltweit besser auf Krisen reagieren können.

Die IFRC ist gut ausgebaut, um effektiv humanitäre Hilfe zu leisten. Sie bekommt Unterstützung von verschiedenen Quellen wie nationalen Gesellschaften, Regierungen, Unternehmen und internationalen Organisationen wie der Weltbank und USAID. Dank dieses soliden Finanzierungsrahmens kann sie flexibel auf Krisen reagieren, sei es bei kleinen lokalen Katastrophen oder großen globalen Notlagen.

Nationale Katastrophen und die Folgen des Klimawandels

Während unseres Interviews betonte Ivar, wie wichtig es für die IFRC ist, die Arbeit und Fähigkeiten der nationalen Gesellschaften vor Ort zu stärken. Dies fördert nachhaltige Entwicklung und macht Gemeinschaften widerstandsfähiger. Das ist besonders entscheidend, um die Auswirkungen von Katastrophen abzumildern, die durch den Klimawandel und geopolitische Spannungen noch verschärft werden. Im Hinblick auf bestehende Herausforderungen betont Herr Schram:

“What comes to my mind is, number one, disasters and emergencies. They are becoming more frequent. They are becoming more intense. And they are becoming often more sudden because of climate change.”

“Was mir in den Sinn kommt, sind erstens Katastrophen und Notfälle. Sie werden immer häufiger. Sie werden immer intensiver. Und sie treten aufgrund des Klimawandels oft noch plötzlicher auf.” (Übers. d. Verf)

In Georgien leistete die IFRC Hilfe nach Erdrutschen und Überschwemmungen, sodass das Georgische Rote Kreuz schnell helfen konnte. In Armenien und Aserbaidschan unterstützte sie Menschen, die aus Nagorno-Karabach vertrieben wurden, und stärkte zivilgesellschaftliche Organisationen durch Partnerschaften mit der Europäischen Union.

Seit 2020 konzentriert sich die IFRC darauf, diverse humanitäre Bedürfnisse in Georgien, Armenien und Aserbaidschan zu adressieren. Zu Beginn der COVID-19-Pandemie leistete sie grundlegende Unterstützung und trieb später die Impfaufklärung voran, als Impfstoffe verfügbar wurden.

Die sieben Grundprinzipien des IFRC

Beispielsweise muss nach einer katastrophalen Überschwemmung entschieden werden, welche Überlebenden zuerst mit Nahrung versorgt werden sollen. Politiker und Medien setzen die IFRC unter Druck, schnelle Ergebnisse zu liefern und machen Forderungen, wer priorisiert werden sollte. Die Bewältigung dieser Schwierigkeiten findet immer auf Basis konkreter Grundprinzipien der IFRC statt. Darüber sagt uns Herr Schram:

“We are guided by seven fundamental principles that are leading through everything that we do. Those principles are principles such as impartiality, which means that the support that we provide is purely based on needs and nothing else.“

“Wir werden von sieben grundlegenden Prinzipien geleitet, die sich durch alles, was wir tun, ziehen. Diese Prinzipien umfassen zum Beispiel Unparteilichkeit, was bedeutet, dass die Unterstützung, die wir bieten, rein auf Bedürfnissen basiert und auf nichts anderem.” (Übers. d. Verf)

Die sieben Grundprinzipien der IFRC sind (IFRC, 2024):

  • Menschlichkeit,
  • Unparteilichkeit,
  • Neutralität,
  • Unabhängigkeit,
  • freiwilliger Dienst,
  • Einheit,
  • Universalität.

Diese Prinzipien dienen als Leitfaden, um Hilfe gerecht und unabhängig von politischen, ethnischen oder religiösen Zugehörigkeiten zu verteilen. Sie bieten eine Richtlinie, um das Vertrauen der betroffenen Menschen zu gewinnen, und helfen, diese schwierigen Entscheidungen in Zeiten von Frieden, bewaffneten Konflikten oder Naturkatastrophen zu treffen.

Im Interview wurde betont, dass die Unparteilichkeit manchmal kritisiert wird:

“We need to be very careful when we speak about challenges and regional crisis to protect our access to affected areas. This is our humanitarian diplomacy, but it’s also the trust that we have. And we are often criticized for not being vocal about political situations. Well, but that is not your objective.”

“Wir müssen sehr vorsichtig sein, wenn wir über Herausforderungen und regionale Krisen sprechen, um unseren Zugang zu betroffenen Gebieten zu schützen. Das ist unsere humanitäre Diplomatie, aber auch das Vertrauen, das wir haben. Oft werden wir dafür kritisiert, uns nicht zu politischen Situationen zu äußern. Nun, das ist jedoch nicht unser Ziel.” (Übers. der Verf.)

©privat — die Nutzung dieses Fotos ist ohne ausdrückliche Genehmigung nicht gestattet.

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Die Zukunft:

Wenn die IFRC in die Zukunft schaut, sieht sie sich mit häufigeren und intensiveren Katastrophen konfrontiert. Gleichzeitig gibt es finanzielle Einschränkungen, die eine flexible Mittelverteilung einschränken. Trotz dieser Herausforderungen bleibt die IFRC fest entschlossen, Frieden und Einheit im Südkaukasus zu fördern. Sie setzt sich weiterhin dafür ein, dass alle Menschen gleichen Zugang zu Gesundheitsversorgung, Bildung und Chancen haben.

Schlüsselkompetenzen für die Arbeit beim IFRC

Um bei der IFRC zu arbeiten, sind bestimmte Fähigkeiten besonders wichtig. Dazu gehören technische Fähigkeiten, wie zum Beispiel medizinische Kenntnisse im Gesundheitssektor. Dann gibt es grundlegende Fähigkeiten, die für alle gelten, wie gute Kommunikation und Teamarbeit.

Ivar Schram meint, dass es keine Rolle spielt, ob man im Südkaukasus, in Westafrika oder im Nahen Osten arbeitet; die grundlegenden Fähigkeiten, die für erfolgreiche Arbeit erforderlich sind, seien überall ähnlich. Respekt, Geduld und kulturelles Verständnis sind sehr wichtig. Man arbeitet in einem multikulturellen Umfeld, deshalb ist es wichtig, sensibel für andere Kulturen zu sein. Eine interessante Tatsache ist die Überbrückung von Sprachbarrieren. Diesbezüglich sagt Ivar Schram:

“Language is of course an important factor, but if you don’t have the core competencies […], the language is quite useless. And you can overcome language barriers quite easily.”

“Sprache ist natürlich ein wichtiger Faktor, aber wenn man nicht über die Kernkompetenzen verfügt […], ist die Sprache ziemlich nutzlos. Und Sprachbarrieren kann man ziemlich leicht überwinden.” (Übers. d. Verf.)

Insgesamt zeigt sich, dass für die Arbeit bei der IFRC die Fähigkeit zur interkulturellen Zusammenarbeit und die Bereitschaft, die beschriebenen Kernkompetenzen anzuwenden, entscheidend sind, um erfolgreich zu sein.

In der folgenden Tabelle haben wir die Schlüsselkompetenzen für die Arbeit beim IFRC gesammelt.

Schlüsselkompetenzen für die Arbeit beim IFRC laut I. Schram

Schlüsselkompetenzen für die Arbeit beim IFRC laut I. Schram

Träume vereinen: Eine Vision für die Zukunft der Kaukasus-Region

Als Armenier, Aserbaidschanerin und Georgierin, die gemeinsam an der DAAD-Sommerschule in Tbilissi teilnehmen, teilen wir eine Vision für unsere geliebte Kaukasus-Region. Unsere gemeinsame Hoffnung als Team basiert auf gegenseitigem Respekt, Verständnis und einem friedlichen Miteinander. Wir träumen von einer Zukunft, in der die Vielfalt unserer Kulturen uns stark und vereint macht, anstatt uns zu trennen.

Durch unsere Teilnahme an der Sommerakademie in Tbilissi haben wir wertvolle Erfahrungen im transkulturellen Lernen gesammelt. Wir haben gelernt, wie wichtig es ist, über kulturelle Grenzen hinweg zu kommunizieren und gemeinsam Lösungen zu finden. Durch Workshops, Diskussionen und interkulturelle Aktivitäten haben wir Verständnis füreinander entwickelt und sind über die Herausforderungen und Potenziale unserer Region ins Gespräch gekommen.

Wir haben nicht nur kulturelle Merkmale voneinander kennengelernt, sondern auch Gemeinsamkeiten entdeckt, die unsere Region verbinden. Diese interkulturelle Erfahrung hat unser Verständnis füreinander vertieft und uns neue Perspektiven auf die Vielfalt und Stärke unserer gemeinsamen Geschichte und Zukunft gegeben.

Diese Sommerschule hat uns nicht nur akademisches Wissen vermittelt, sondern auch persönliche Bindungen gestärkt und uns motiviert, unsere gemeinsame Vision für den Kaukasus aktiv voranzutreiben.

Gemeinsam verpflichten wir uns als Teilnehmer und Teilnehmerinnen der DAAD-Sommerschule in Tbilisi, diese Vision in die Realität umzusetzen. Durch offenen Dialog, Zusammenarbeit und Respekt streben wir danach, eine Zukunft zu gestalten, in der der Kaukasus als Vorbild für Vielfalt, Einheit und Wohlstand für kommende Generationen strahlt.

Herzliche Grüße,

David, Matanat und Tatiana — Teilnehmer und Teilnehmerinnen der DAAD-Sommerschule Transkulturelles Lernen im Südkaukasus

Referenzen:

Homepage | IFRC

https://volunteeringredcross.org/en/recurso/the-fundamental-principles-of-the-international-red-cross-and-red-crescent-movement-ethics-and-tools-for-humanitarian-action/


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