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Die Etepetete-Gesellschaft

Der Rasen muss immer akkurat geschnitten sein, die Büsche perfekt in Form.  Doch am Ende wächst alles wieder wild — eine Sisyphus-Arbeit.

André V. · 2025-08-19 11:37 · 0 claps · 1.3 min read
#perfektionismus #gesellschaftskritik #zwischenmenschlich #lebensphilosophie #sisyphusarbeit
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Die Etepetete-Gesellschaft

Photo by Dele Oke on Unsplash

Photo by Dele Oke on Unsplash

Der Rasen muss immer akkurat geschnitten sein, die Büsche perfekt in Form. Doch am Ende wächst alles wieder wild — eine Sisyphus-Arbeit.

Viele Menschen leben in ihren „Blümchen“-Welten. Alles muss makellos sein, in Hochglanz. Aber am Ende ist es doch ihr Paarungstrieb, der sie antreibt. Perfektion im Materiellen braucht einen Zweck, sonst verliert sie ihren Sinn.

Die Suche nach Perfektion setzt sich oft im Partner fort. Doch Menschen haben Makel — und genau darin liegt die Realität. Gegen Genauigkeit als solche ist nichts einzuwenden. Ich sage das selbst als ITler. Das Problem entsteht, wenn sie dorthin geht, wo sie keinen Zweck mehr hat.

Unser Drang nach Reinheit und Vollkommenheit ist tief verwurzelt, vielleicht durch Theologien in unsere Wiege gelegt. Ich selbst strebe nach Perfektion, aber nicht im Materiellen. Ich suche sie in persönlichen Beziehungen, die mit weniger Reibung funktionieren — für mich eine Form des Seelenfriedens.

Die Etepetete-Gesellschaft findet überall Makel. Nichts erfüllt die eigenen Erwartungen. Was ist überhaupt „perfekt“? Letztlich geht es oft um denselben biologischen Trieb: die Suche nach dem idealen Partner. Im Materiellen macht die Jagd nach Vollkommenheit meist wenig Sinn, wird aber global ausgelebt — sei es bei schönen Dingen oder der akkuraten Kabelführung, die mir als Informatiker Freude bereitet.

Häufig wird mehr Zeit in die Perfektion investiert, als dass sie Nutzen bringt. Viele Menschen verhalten sich wie die „Prinzessin auf der Erbse“. Der Komfort unserer Zeit macht das möglich. Arroganz schützt zusätzlich vor Nähe — ein Schutzschild in der Perfektion im Sozialen.

Vielleicht sollten wir unsere Energie weniger auf die Jagd nach dem perfekten Ding verschwenden. Mehr Sinn macht es, Zeit und Aufmerksamkeit ins Miteinander zu investieren, den Menschen und Situationen nicht immer zu eng zu begegnen. Alles andere bleibt ein ewiger Sisyphus-Stein.


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