Wer immer nach den Sternen greift, der landet nie im Dreck
Es gibt Sätze, die sind mehr als Worte. Sie sind Kompass und Ermutigung zugleich. Für mich war einer davon: „Wer immer nach den Sternen…
Wer immer nach den Sternen greift, der landet nie im Dreck
Es gibt Sätze, die sind mehr als Worte. Sie sind Kompass und Ermutigung zugleich. Für mich war einer davon: „Wer immer nach den Sternen greift, der landet nie im Dreck.“ Ein Satz von Leo Burnett, jenem Werber, der nicht nur kreative Kampagnen erfand, sondern auch eine Haltung prägte. Er hat ihn nicht geprägt, ein Mitarbeiter hat ihn ausgesprochen und ihn mag ich daher hiermit ebenfalls würdigen, denn die Idee ist der Ursprung. Sein Name war John Crawford und er war wie ich ein Schreiber und Ideengeber. Ich hatte das große Glück, einige Jahre im erweiterten Sinne „unter seiner Flagge“ zu arbeiten. Dafür bin ich bis heute unendlich dankbar. Für mich war es eine göttliche Fügung: Diese Zeit hat mich nicht nur beruflich enorm voran getragen, sondern auch aus einem sehr dunklen Abschnitt meines Lebens herausgeführt.
Denn schon früh war mein Leben von Brüchen durchzogen. Meine Mutter hatte selbst nach den Sternen gegriffen — und stürzte. Mehr in psychiatrischen Kliniken als an meiner Seite, hinterließ sie eine Leerstelle, die ich als Kind nicht verstehen konnte. Mit 14 landete ich bei Pflegeeltern, die diesen Namen kaum verdienten. Statt Halt und Fürsorge fand ich eine subtile Ausbeutung meiner Sensibilität. Ich wurde zur Projektionsfläche und zum Instrument. Beziehungen liefen später ähnlich schief — bis ich schließlich die Nähe ganz mied.
Und doch: Ausgerechnet diese Erfahrungen haben mich zum Fragen gebracht. Sie führten mich dorthin, wo Antworten entstehen: in die Tiefe, ins Forschen, ins Nachspüren. Heute, mit all dem Wissen, das wir inzwischen haben, sehe ich: Alles fügt sich in ein größeres Bild. Wäre mir dieses Wissen als Kind schon zugänglich gewesen, vieles Schlimme hätte nicht geschehen müssen. Aber es war notwendig. Nicht nur für mich, sondern für uns alle. Denn die Geschichte zeigt: Es sind immer die Forscher, die Freidenker, die Unbequemen, die Neues ins Licht holen. Krisen schaffen Veränderungen, formen uns und bewegen uns.
Wir haben gelernt: Das Gehirn kann sich jederzeit neu verdrahten. Ernährung ist oft wirksamer als Medizin. Wir können uns selbst heilen. Wir sind Natur, und Natur kennt Rhythmen, keine starren Pläne. Doch der Mensch wollte immer mehr: Recht haben, Macht sichern, Geld anhäufen. Und so bauten wir Strukturen, die uns entfremden, statt uns zu heilen.

Zum Glück ist jeder Augenblick eine Chance zur Umkehr. Je mehr wir lernen, loszulassen, was wir nicht wirklich brauchen, je mehr wir dem Leben vertrauen statt ihm misstrauisch dazwischenzufunken — desto mehr entspannt sich unser inneres wie unser kollektives System. Wir müssen dafür nicht ins Kloster fliehen oder uns „erleuchtet“ nennen. Es reicht eine moderate humorvolle Lebensweise, getragen vom Wunsch, dass es allen besser gehen möge. Gewürzt mit Spielfreude für das Unbekannte.
Krisen sind keine Strafen, sie sind Einladungen. Sie fordern uns heraus, damit wir wachsen. Sie wären nicht da, wenn wir sie nicht auch meistern könnten. So endet der innere Krieg. So öffnet sich das Feld der Möglichkeiten. So entsteht eine neue Qualität im Miteinander — auch bei **Creativita**.
Ideen sind die Samen dieses Wandels. Sie waren es schon immer. Ideen sind keine Luxusprodukte, sie sind die Urkraft allen Wachstums. Und die Geschichte zeigt: Die tiefsinnigen Forscher, die nicht nachplapperten, sondern ihre eigene Stimme suchten, waren es, die den Weg für uns alle bereiteten.
Darum lasst uns nach den Sternen greifen. Nicht aus Größenwahn, sondern aus Vertrauen. Denn wer das tut, der landet nie im Dreck. Er landet mitten im Leben. Auf wahrer Augenhöhe.
Fangen wir an. Zusammen. Genial.
메타데이터
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