Gründe für wirtschaftlichen Abschwung
Was führt zu einer Rezession oder einer Depression? Zunächst einmal das Fallen einer der drei im letzten Eintrag genannten Faktoren Arbeit…
Gründe für wirtschaftlichen Abschwung
Was führt zu einer Rezession oder einer Depression? Zunächst einmal das Fallen einer der drei im letzten Eintrag genannten Faktoren Arbeit, Kapital und TFP (Effizienz). Dies bedeutet nämlich den Rückgang des wirtschaftlichen Outputs eines Landes.
Ein Erdbeben zerstört zum Beispiel Geräte und Maschinen und bewirkt damit ein Fallen des Faktors Kapital. Zu einer Reduktion von Arbeit kann hingegen eine Epidemie wie die jetzige führen.
Doch auch ohne Erdbeben oder Epidemie kann der Output eines Landes zurückgehen, wie zum Beispiel zu Beginn der 1930er Jahre. Der britische Ökonom John Maynard Keynes erklärte dies anhand des Problems der menschlichen Erwartungen und der Psychologie: Die Menschen glaubten die Wirtschaft wäre geschwächt, was zu so etwas wie einer selbsterfüllenden Prophezeiung führte. Familien fingen an, Geld zu sparen und weniger auszugeben. Als Konsequenz dieses Rückgangs an Nachfrage mussten Firmen die Produktion und Investments verringern. Damit einhergehend waren auch Entlassungen, wodurch Menschen durchschnittlich weniger Einkommen hatten, was wiederum weniger Konsum zur Folge hatte. Ein teuflischer Kreislauf.
Der von den Faktoren Arbeit, Kapital und TFP bestimmte potentielle Output lag also über dem tatsächlichen Output. Eigentlich sollte der Preismechanismus dies ausgleichen können, zum Beispiel durch Lohn- und Gehaltskürzungen, die bewirken, dass sich Unternehmen wieder mehr Mitarbeiter leisten können. Dadurch würde die Arbeitslosigkeit wieder zurückgehen, wenn auch bei niedrigeren Verdiensten. Dies funktioniert in der Praxis jedoch nicht schnell genug. Lohnsekungen in vielen Organisationen gleichzeitg sind nur selten zu beobachten.
Man erkannte damals also, dass nicht nur das Angebot, sondern auch die Nachfrage sehr wichtig für den wirtschaftlichen Erfolg sind. Experten der folgenden Jahrzehnte waren sich einig, dass es in der Verantwortung der Regierungen lag, die Nachfrage durch Geldmarkt- und Fiskalpolitik (Zinssteuerung bzw. Beeinflussung von Steuern und Staatsausgaben) anzupassen. Dadurch können die Dauer und Härte von Rezessionen verringert werden.
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