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Ich wollte eine Workation machen. Dann habe ich angefangen, es zu planen.

In meinem Freundeskreis ist gerade jeder mal weg. Der eine schickt Fotos aus einem Café in Lissabon, die andere arbeitet drei Wochen aus…

Fabi Lindhofen · 2026-06-24 13:17 · 0 claps · 1.7 min read
#workation #travel #reisen #remote-working
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Wiki topics: ✈️ · Travel

Ich wollte eine Workation machen. Dann habe ich angefangen, es zu planen.

In meinem Freundeskreis ist gerade jeder mal weg. Der eine schickt Fotos aus einem Café in Lissabon, die andere arbeitet drei Wochen aus Bali, ein Dritter sitzt mit Laptop in Tiflis und schwärmt von 80 Cent für einen Kaffee. Workation ist von der Ausnahme zur Normalität geworden, zumindest in meinen Chats.

Irgendwann dachte ich: Das will ich auch. Also habe ich mich hingesetzt und angefangen zu planen.

Und genau da fängt das Problem an.

Denn die Frage, die ich mir gestellt hatte, war: Wo ist es am schönsten? Warm, bezahlbar, schnelles Internet, ein paar Leute zum Reden. Das war die falsche Frage.

Die richtige war eine, an die ich überhaupt nicht gedacht hatte: Bin ich eigentlich angestellt oder selbstständig?

Meine Freundin, die nach Bali kann, ist Freelancerin. Sie bucht einen Flug und bleibt, solange sie will. Ich bin gerade angestellt. Für mich heißt Workation: A1-Bescheinigung beantragen, damit ich in der deutschen Sozialversicherung bleibe. Auf die 183-Tage-Regel achten, sonst werde ich im Zielland plötzlich steuerpflichtig. Und realistisch nur ein paar Wochen, am besten innerhalb der EU, weil mein Arbeitgeber sonst nicht mitspielt.

Bali war damit gestorben, bevor ich überhaupt einen Flug gesucht hatte.

Ich bin dann über eine Auswertung gestolpert, die genau mein Problem hatte. Die Idee dahinter: Es gibt gar nicht die eine beste Workation-Stadt, weil ein Freelancer und ein Angestellter zwei völlig verschiedene Dinge suchen. Klingt banal, aber genau daran scheitern die ganzen Reise-Blogs. Die schreiben fast alle für die Leute, die einfach losfliegen können.

Für jemanden wie mich gewinnt am Ende kein Strand in Thailand, sondern Sevilla. Spanien, Euro, warm, Personalausweis reicht. Weniger Abenteuer, dafür buchbar, ohne dass die Personalabteilung nervös wird. Komischerweise hat mich das eher beruhigt als enttäuscht.

Was hängengeblieben ist, ist eher ein Gefühl als eine Zahl. Die perfekte Workation-Stadt hängt weniger davon ab, wer ich bin, als davon, was in meinem Arbeitsvertrag steht. Der Traum ist für alle derselbe. Die Bedingungen sind es nicht.

Aber das ist gar nicht so deprimierend, wie es klingt. Sobald man die Bedingungen kennt, wird aus dem vagen Strand-Bild im Kopf ein konkreter Plan. Bei mir ist es jetzt Sevilla. Nicht Bali. Und ehrlich gesagt freue ich mich trotzdem.

Quellen

DataPulse Research Studie, „Workation-Atlas 2026": https://www.datapulse.de/workation-atlas


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