Freeletics, die Erfolgsgeschichte eines deutschen Digital Health Startups
Freeletics ist ein Münchner Startup, dass eine KI-basierte App anbietet. Mit Hilfe der Freeletics App, die in Form eines digitalen…

Bildquelle: Freeletics
Freeletics, die Erfolgsgeschichte eines deutschen Digital Health Startups
Freeletics ist ein Münchner Startup, dass eine KI-basierte App anbietet. Mit Hilfe der Freeletics App, die in Form eines digitalen Personaltrainers fungiert, wird den Usern eine Plattform geboten, die sich zum Ziel gesetzt haben, einen aktiven, gesunden Lebensstil anzustreben. Im Verlauf der Zeit wird durch die KI-Technologie der Trainingsplan immer wie weiter personalisiert.
Seit der Gründung in 2013 ist das Jungunternehmen konstant gewachsen und zählt heute zu den führenden Anbietern in seinem Markt. Aktuell beschäftigt das Unternehmen über 160 Personen, zählt 51 Millionen registrierte User in mehr als 160 Ländern. Kürzlich hat das Startup in einer B-Series Finanzierungsrunde zusätzliche 25 Millionen Dollar eingenommen. Wir trafen uns mit Hermann Aulinger, Senior PR & Corporate Communication Manager, von Freeletics und wollten wissen:
- Was steckt hinter der Erfolgsgeschichte?
- Wie wollen sie auch weiterhin den Fitnessmarkt dominieren?
Was war der Beweggrund für die Gründung von Freeletics?
Viele Fitnesslösungen zielen nicht darauf ab eine langfristige Veränderung bei ihren Kunden zu generieren. Jeweils Anfangs Jahr verspürt der Mensch einen Drang sich körperlich zu verändern. Nach kurzer Zeit fallen die meisten in ihr altes Muster zurück. Das Gründerteam stellte zudem fest, dass ein Businessmodell zur Unterstützung für einen nachhaltig aktiven Lebensstil fehlte.
Ist dies gleichzeitig auch die Vision von Freeletics?
Wir bei Freeletics verfolgen den Grundgedanken, dass jeder sein individuelles Training braucht. Wir verfolgen das Motto eines holistischen Ansatzes für einen aktiven Lebensstil. Jeder Mensch hat das Potential. Viele brauchen aber Hilfe, um dieses Potential auszuschöpfen. Freeletics möchte mit seinem Produkt die Lebensgewohnheiten der User durch Bewegung, gute Ernährung und Schlaf positiv verändern.
Was sind die Merkmale der User / Zielgruppe?
Wir nennen unsere Kernuser gerne auch Dutyfull User. Menschen, die einen bewussten Lebensstil führen möchten, dabei aber ein Unterstützungstool gerne in Anspruch nehmen.
Wie wollte Freeletics dieses Thema — bewusster Lebensstil — aufgreifen?
Die drei Gründer hatten eine Idee, wie Fitness in Zukunft aussehen könnte. Aus dieser Idee entstand ein Trainingskonzept. Diese Trainingskonzept wurde auf Trainingsplätzen zusammen mit dem Freundeskreis kontinuierlich verbessert. Das daraus entstandene Produkt wollten wir an die Menschen bringen, damit diese eine Anleitung zu einem aktiven Lebensstil haben.
Sie erwähnen, dass zu Beginn noch keine App vorhanden war. Was war das erste Produkt, das kommerziell verkauft wurde?
Die bis zu dreissig seitigen Trainingspläne wurden für kleines Geld via Newsletter und soziale Medien (Facebook Gruppen) verkauft. Aus dem generierten Geld entstand die erste Freeletics App. Ein wichtiger Grundstein war damit gelegt.
Seit Mitte 2013, als die App zum ersten Mal erschienen ist, hat sich vieles verändert. Was steckt aus einer technischen Sicht betrachtet hinter dieser App und welchen Mehrwert bietet diese?
Seit dem Initialrelease in 2013 sind fortlaufend weitere Komponenten hinzugekommen. Ab 2014 führten wir soziale Komponenten, Bodyweight- und Running-Excercises ein. Im 2016 folgte die Erweiterung (in zuerst separaten Apps) durch Gym und Running sowie die erste Version der Ernährungsapp, mit der man einen personalisierten Ernährungsprogramm zusammenstellen kann. Im 2017 war der Startschuss für die KI-Integration und des Maschinellen Lernens, dass wir in die App integriert haben. Bereits nach fünf Einheiten trifft die App mit einer Genauigkeit von 85 Prozent den Fitnessstand der User mit eigens für sie zugeschnittenen Trainingsprogrammen. Gerade anfangs Jahr hatten wir einen kompletten Relaunch, der die User Experience auf ein neues Level beförderte.
Sie bieten zurzeit neben Freeletics Nutrition, Freeletics Personal Trainer auch Freeletics Wear (Sportbekleidung und Ausrüstung) in der Schweiz an. Sind weitere Produkte vorgesehen?
Vorrangig wollen wir unsere App weiter personalisieren, um den Menschen eine individuelle Entwicklung zu ermöglichen. Dadurch können wir auch mehr User erreichen und sogleich als Unternehmen wachsen. Aktuell prüfen wir, ob noch weitere Bewegungsarten in die App integriert werden sollen. Ausserdem kommen über den Herbst 400 neue Exercises dazu.
Wie unterscheidet sich die Kundschaft aus Deutschland mit derjenigen in der Schweiz?
Aufgrund von Faktoren wie Kaufkraft oder auch kulturellen Hintergründen kann kein grosser Unterschied zwischen Deutschland und der Schweiz festgestellt werden. Wir bei Freeletics passen unsere App zwar durchaus lokal an, verfolgen aber grundsätzlich einen übergeordneten Ansatz. Verfügbar ist Freeletics quasi überall wo der Google Play Store und der App Store es sind und zwar in zehn Sprachen. Als Schweizer kann man also wählen, welche Sprache man vorzieht, nur Rätoromanisch haben wir nicht im Programm.
Aktueller Standort ist München: Sind weitere Standorte in den USA oder auch in Europa geplant?
Man wird auch in Zukunft von München aus agieren. Im Gegensatz zu anderen Unternehmungen hat man bei Freeletics keine Aussenstandorte und wird solche, Stand heute, auch in Zukunft nicht benötigen.
Fazit
Der Austausch mit Freeletics hat gezeigt, dass im heutigen Zeitalter ein gesunder, nachhaltiger Lebensstil für viele wichtiger denn je ist. Um diesen zu erlangen, benötigt es viel Eigeninitiative. Unterstützende Training Tools, wie die Freeletics App, können im Optimalfall zu einer langanhaltenden Steigerung der Gesundheit, unabhängig des Aufenthaltsorts, beitragen.
Gerade der erst kürzlich erfolgte Einstieg von Apple mit seinem Fitnessabo (Apple Fitness+) wird der ganzen digitalen Fitness Branche zu noch mehr Aufwind verhelfen. Man darf in diesem Markt noch zahlreiche innovative Lösungen erwarten.
Autoren: Gian-Andrea Degen, Fabian Schmid, Dario Wanner
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